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11.09.1992 - 

Start der Systeme und Netze GmbH Anfang 1993

IBM: Outsourcing-Tochter gegen EDS, Debis und IBM

STUTTGART (CW)-Gut anderthalb Jahre nach der US-Mutter bringt auch die IBM Deutschland ein eigenständig firmierendes Outsourcing-Unternehmen auf den Weg: Anfang 1993 nimmt die IBM Systeme und Netze GmbH, Stuttgart, ihre Tätigkeit für die deutschen Big-Blue-Gesellschaften und für den freien Markt auf.

Die 100 prozentige Tochter der IBM Deutschland GmbH umfaßt die Mitarbeiter und Strukturen, die bisher noch die IBM-interne Informationsverarbeitung sowie Services "für den Betrieb der Informationsverarbeitung bei Kunden" erledigen. Für die IBM-Holding sowie für deren Töchter erledigt die neue Gesellschaft einer IBM-Mitteilung zufolge "alle Aktivitäten im Bereich von Informations-Management und -systemen". Den externen Klienten will der neue Outsourcer Rechenzentrums-Dienstleistungen und Netzservices sowie Kapazitäten im stationären Vorsorge-Rechenzentrum anbieten.

Software-Entwicklung ist laut IBM nicht die Angelegenheit der Systeme und Netze GmbH; entsprechende Leistungen wird weiterhin die Entwicklungs-GmbH erbringen.

Die amerikanische IBM-Outsourcing-Tochter ISSC hatte im Unterschied dazu ziemlich bald nach ihrer Gründung in der ersten Jahreshälfte 1991 angefangen, erkleckliche Umsatzvolumina durch SW-Projekte in Zusammenarbeit mit externen Partnern, etwa mit Ernst & Young, zu generieren. Die Front, an der ISSC Wettbewerbern wie EDS oder Andersen Consulting gegenübersteht, gewann durch die SW-Aktivitäten deutlich an Breite.

So wäre der Großauftrag einer US-Bank vom September letzten Jahres wohl kaum zustandegekommen, hätte die IBM-Tochter nicht mit einem SW-Entwicklungsangebot aufwarten können.

Nach Schätzung amerikanischer Marktbeobachter hatte ISS, der vormalige Servicebereich der IBM Corp., schon vor der Ausgliederung in die ISSC seinen Umsatz binnen eines Jahres von 400 auf 800 Millionen Dollar verdoppeln können. Der neue Stuttgarter Dienstleister nennt indes keine Zahlen über den bisherigen Bereichs- und den erwarteten Gesellschaftsumsatz.

Im dunkeln bleibt vorerst auch, welchen Anteil an den Aktivitäten der 1800 Mitarbeiter bislang die Leistungen für den freien Markt ausgemacht haben - einer IBM-Sprecherin zufolge war es "kaum etwas"-und wie sich die Planung in diesem Punkt darstellt. Entsprechende Angaben sollen um den kommenden Jahreswechsel herum gemacht werden.

EDS und Debis als Konkurrenten

IBM Deutschlands jüngste Tochter muß sich in einem Markt bewähren, der um so härter umkämpft wird, je schneller er wächst. Um das deutsche Outsourcing-Auftragsvolumen von gegenwärtig gut einer Milliarde Mark pro Jahr-1995 wird der Markt nach Schätzungen von Marktforschern auf gut zweieinhalb Milliarden Mark gewachsen sein - rangelt schon jetzt eine Reihe potenter Konkurrenten: General Motors und Daimler Benz spielen über ihre Töchter EDS und Debis eine gewichtige Rolle, hinzu kommen Beratungsunternehmen, etwa Andersen Consulting und die Computer Sciences Corp. Hardwarehersteller wie Siemens-Nixdorf versuchen zunehmend, sich als Anbieter umfassender DV-Dienstleistungen zu positionieren, und decken so zumindest Teile des Outsourcing- Nachfragespektrums ab.

Ein nicht zu unterschätzendes Segment des Marktes machten Betrieb und Management von Netzwerken aus, heißt es bei der amerikanischen Marktforschungsgesellschaft Input Ltd. Der Marktwert solcher Leistungen allein werde weltweit von gegenwärtig 2,7 Milliarden Dollar auf 6,8 Milliarden Dollar ansteigen, wie die Branchenauguren herausgefunden haben.

Input zufolge haben die Produktanbieter, vor allem die von Hardware, im Outsourcing-Markt einen schweren Stand gegenüber den produktneutralen Systemintegratoren. Die Klientel zieht es offenbar tendenziell vor, sich von Unternehmen beraten und bedienen zu lassen, deren Urteil über das am besten geeignete Equipment nicht durch eigene Absatzinteressen geprägt ist .