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11.09.1992 - 

US-PC-Division soll Kräfte konzentrieren

IBM Personal Computer Company will sich der Konkurrenz stellen

SOMERS (jm)-Big Blue hat in den USA sein PC-Geschäft in eine selbständige operative Gesellschaft ausgegliedert. Die IBM Personal Computer Company ist verantwortlich für die Entwicklung, die Produktion sowie die Distribution von IBM-PCs. Darüber hinaus fällt das Marketing der blauen Rechner in ihren Aufgabenbereich. Die Umstrukturierung dient praktisch ausschließlich der Kräftekonzentration in den USA, Europas IBM-PC-Abteilungen werden weiterhin in den bisherigen Geschäftseinheiten und Verantwortlichkeiten agieren.

President der US-Neugründung ist IBM-Vice-President Robert J. Corrigan. Er leitete bislang Big Blues PC-Produktion, die unter dem Namen Entry Systems Division firmierte. Corrigan wird für IBMs PC-Geschäftsergebnisse weltweit verantwortlich sein. Das beinhaltet sowohl die Gewinn- und Umsatzsituation, die Entwicklung der Neugründung, deren Cash-Operationen als auch solche Aspekte wie Produktqualität und Kundenzufriedenheit. Edward F. Rogers, ebenfalls Vice-President bei Big Blue, wird der oberste Finanzchef der neuen blauen PC-Division.

Für die auch bislang schon IBM -intern bestehenden geographischen Regionen bleiben die Verantwortlichkeiten hingegen unberührt: William McCracken zeichnet weiterhin verantwortlich für den EMEA-Bereich (Europa, Mittlerer Osten, Afrika), Robert OMalley für den asiatisch-pazifischen Raum, Kevin Barry für Lateinamerika und Don Myles für Kanada.

Wie eine IBM-Sprecherin aus der Stuttgarter Deutschlandzentrale gegenüber der COMPUTERWOCHE betonte, ändert sich an der PC-Geschäftsstruktur in Europa nichts. "Wir werden wie bisher unsere PS-BU (Business-Unit/Geschäftseinheit, d.Red.) führen, die wiederum wie bisher direkt an unsere Europazentrale in Paris berichtet." Auch der Vertrieb werde keiner Wandlung unterliegen, "neben unserem Händlernetz sind auch zukünftig unsere blauen VBs für den Absatz von IBM-PCs zuständig", so die Klarstellung der IBM.

Die neue Unternehmensstruktur für den PC-Bereich vereint in den USA die bislang getrennten IBM-Bereiche Produktion und Distribution. Damit beendet Big Blue ein IBM-internes Arrangement, aufgrund dessen die Entry Systems Division die Verantwortung für blaue PC-Systeme in dem Moment abgab, da diese die Rechner an die Distributionsarmada der Armonker weiterreichte.

Der Vertrieb trug Sorge dafür, daß die PCs den Weg direkt zum Kunden oder Massenverkäufern wie Sears Roebuck fanden. Vice-President James Cannavino, an den Corrigan berichtet, begründete die notwendige Zusammenlegung von Produktion und Distribution damit, daß der von früher bei der IBM nicht ungewöhnliche Produktzyklus von 36 Monaten in dem neuen Unternehmen auf` sechs bis acht Monate verkürzt werden soll.

Indirekt kritisch äußerte sich auch Robert LaBant, der den Posten General-Manager für IBM- Nordamerika bekleidet und nach dem hausinternen Absturz von Georges Conrades Ende 1991 in die Position eines möglichen Nachfolgers von John Akers rückte: "Kunden wollen mehr als ein Produkt. Sie verlangen zusätzliche Qualitäten, die die Verschmelzung eines einfachen Systems auch mit Software- und Serviceangeboten sicherstellt." Indirekt bestätigt der Vice-President damit, daß es der IBM bislang nicht gelungen ist, ihre PC-Produkte am Markt konkurrenzfähig zu positionieren und zu vermarkten.

Die Neugründung wird in Somers im US-Bundesstaat New York angesiedelt sein, also ganz in der Nähe der IBM- Zentrale von Armonk. Im Zuge der Neustrukturierung gab Cannavino weiter bekannt, daß die Lee Reiswig unterstehende Abteilung Personal Systems Programming ab sofort nicht nur die Entwicklungsverantwortung für Betriebssysteme also OS/2-zufällt. Vielmehr muß die Reiswig-Division in Zukunft auch den Kopf für die weltweit erzielten Geschäftsresultate hinhalten. Wie bei der neuformierten PC-Division sind die Softwerker auch für Marketing und Image von OS/2 zuständig.