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14.07.1989 - 

"Bluegrass" soll elektronische Schreibmaschinen ersetzen:

IBM plant einen eigenen AT-Clone

MENLO PARK (IDG) - Nur wenige Wochen nach der 486er-Offensive im Bereich der Top-end-PCs bereitet sich IBM in den USA auf eine aggressive Marketing-Kampagne im unteren Segment des PC-Marktes vor. So bestätigten IBM-nahe Kreise in den USA, daß der Konzern demnächst einen eigenen preisgünstigen AT-Clone ankündigen werde.

Der Billig-AT mit dem Codenamen "Bluegrass" soll im IBM-Schreibmaschinenwerk in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky gefertigt werden. Vertreiben sollen ihn PC- und Schreibmaschinenhändler. Bluegrass soll das elektronische IBM-Schreibmaschinenpaket "Personal Typing System" ergänzen und später einmal ersetzen. Branchenkenner sehen im Bluegrass-Projekt aber auch eine Hintertür, mit der Big Blue weiterhin auf dem AT-Markt präsent bleiben kann, ohne daß man dem Unternehmen mangelnde Unterstützung der Mikrokanalarchitektur nachsagen könnte.

Gegenüber US-Händlern gab IBM auch schon technische Details von Bluegrass bekannt: Der Rechner wird mit dem traditionellen AT-Bus bestückt sein und in einer Monochrom- oder Farbversion, jeweils mit VGA, angeboten werden. Als CPU dient ein Prozessor vom Typ 80286, der mit 10 Megahertz getaktet ist. Zur Serienausstattung gehören ein eingebautes 2400-Baud-Modem und eine Maus. Der Endverkaufspreis soll zwischen 1000 und 1500 Dollar liegen. Bei diesem Preisrahmen könnten US-Discount-Preise bei nur 600 Dollar liegen - das Gleiche zahlt man für einen billigen AT-Clone. Einige Händler sehen jetzt Probleme für ihre PS/2-Verkäufe. Während die Schreibmaschinen kaum Einfluß auf PS/2-Kunden hatten, könnte Bluegrass durchaus Grund für eine Kaufentscheidung gegen PS/2 sein. IBM müsse jedenfalls, so die Händler sehr vorsichtig bei der Positionierung der neuen Maschine vorgehen.

Außerdem hat IBM ein Abkommen mit dem US-Kaufhauskonzern Sears Roebuck & Co. bekanntgegeben, wonach PS/2-Systeme und -Peripherie in einigen Kaufhäusern angeboten werden sollen. Big Blue will mit dieser Aktion testen, ob PS/2-Rechner auch bei Heim-Anwendern oder kleinen kommerziellen Kunden Absatzchancen haben.