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25.07.1986 - 

Weltweit sinken Big Blues Verkaufserlöse

IBM: Plus nur noch durch Währungsvorteile CW-Bericht, Ulf J. Froitzheim

MÜNCHEN/NEW YORK - Dem schwachen Dollar verdankt die IBM Corp. ihre Umsatzsteigerung um 7,3 Prozent im zweiten Quartal. Der Kursverfall der US-Wahrung bringt IBM weit über eine Milliarde Dollar an zusätzlichen Einnahmen - einen Betrag, der fast so hoch ist wie der gesamte Quartalsgewinn. Und der liegt um fast acht Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

Analyse des jüngsten Vierteljahresberichts aus Armonk. Nach den offiziellen Angaben sank der Gewinn des Konzerns im zweiten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum um 7,7 Prozent auf 1,31 (1,41) Milliarden Dollar. Der Umsatz wird auf 12,27 (1 1,43) Milliarden Dollar beziffert, was einem Zuwachs um 7,3 Prozent entspricht.

Allerdings hat die IBM mit Einnahmen aus den außeramerikanischen Ländern in erster Linie ihre US-Schwäche ausgeglichen. Nach COMPUTERWOCHE-Berechnungen, die auf Material aus dem Brokerhaus Merryll Lynch basieren, ist der Auslandsanteil mittlerweile von 42,1 auf 48,2 Prozent gestiegen; der US-Umsatz ging von 6,62 auf 6,36 Milliarden Dollar zurück, während IBM-Filialen im "Rest der Welt" Einnahmen in Höhe von 5,92 Milliarden Dollar verbuchten, also 23 Prozent mehr.

Diese Steigerung beruht schlichtweg auf Währungskursänderungen (siehe Kasten). Für das gesamte IBM Auslandsgeschäft ergibt sich ein Kursvorteil, der höher ist als das Umsatzplus von 23 Prozent. Laut "Wall Street Journal" hat die First Boston Bank ausgerechnet, daß der Branchenriese ohne Währungsgewinne drei Prozent Umsatzrückgang hätte wegstecken müssen.

COMPUTERWOCHE-Schätzungen zufolge konnten die IBM-Töchter in ihren monatlich auf der Basis der Devisenkurs-Durchschnitte erstellten Berichten insgesamt eine runde Milliarde Dollar mehr ausweisen, weil die US-Währung nicht mehr auf dem hohen Vorjahreslevel lag. Erklären die Stuttgarter zum Thema Umsatzplus: "Uns ist vollkommen schleierhaft, wie Sie auf diese Milliarde kommen!"

Doch das seinem Kunden IBM freundlich gesonnene Investmenthaus Merryll Lynch bestätigt die CW-Schätzung: In einem aktuellen Dossier veranschlagt die US-Brokerfirma den Beitrag, den der Billig-Dollar zu Big Blues Quartalsumsatz geleistet habe, auf exakt 1,165 Milliarden Dollar. Der Gewinn sei dank Kursschwankung um 185 Millionen Dollar höher ausgefallen.

Es gab noch einen weiteren Grund dafür, daß der Quartalsbericht der IBM Corp. am Börsenplatz New York für Unruhe sorgte: Der Gewinn wäre nämlich noch schmaler ausgefallen hätte Big Blue nicht von einer Steuerermäßigung um fast fünf Prozentpunkte profitiert. So schlug das Bürsenbarometer um auf "Verkaufen und viele Titel gaben wie die Leitaktie IBM nach. Rasch revidierten Analysten ihre Gewinnprognosen: Für das laufende Geschäftsjahr soll es statt 10,67 Dollar nur noch 10,21 Dollar pro Aktie geben - und das, obwohl die unverhofften Auslandsgewinne einen Bonus von 30 Cents bedeuten. Außerdem kamen Spekulationen auf, der von viel zu hohen Fixkosten geplagte Konzern plane eine Konzentration auf drei bis vier zentrale Produktlinien. Offizielle IBM-Stellungnahme: "Davon haben wir nichts gesagt."