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04.11.1988 - 

Orgatechnik "zweitwichtigste Messe" und Fenster in den Mittelstand:

IBM rechnet für 1988 wieder mit einem besseren Ergebnis

KÖLN (cmd) - Nach den mageren Geschäftsergebnissen der letzten Jahre ist bei der deutschen IBM-Tochter für 1988 wieder Optimismus angesagt: Auf der "Orgatechnik" verwies Marketing-Chef Bernhard Dorn, ohne freilich allzu konkret zu werden, auf "zweistellige Zuwachsraten" beim Volumen. Die Umsatzerwartungen liegen, wie die der DV-Branche insgesamt, bei einem Plus von sieben Prozent.

Aus Sicht der IBM bleiben allerdings, vor allem aufgrund des Wettbewerbs aus Fernost, die Preise auch weiterhin unter Druck. Hauptumsatzträger dürften im Geschäftsjahr 1988 die S-Modelle der 3090 sein, die für einen "neuen Schub beim Auftragseingang" gesorgt haben. Angesichts der vielen Netzkunden hierzulande geht nach den Worten Dorns das Topmodell 600S besonders gut.

Bei dem umkämpften Mittelstandsmarkt setzt IBM große Hoffnungen auf die im Juni dieses Jahres angekündigte AS/400, von der, nach Angaben des Marketing-Chefs, derzeit pro Tag 25 installiert werden. Über Vertriebspartner, Händler und freie Handelsvertreter biete man inzwischen hierfür rund 1000 mittelständische Anwendungen an. Das Bemühen um diesen Markt zeigte sich in Köln auch in der Einschätzung der "Orgatechnik": Nach der CeBIT ist diese aus Stuttgarter Sicht "die zweitwichtigste Messe".

Im unteren Bereich, wo es mehr um Volumenwachstum geht, lieferte IBM in den ersten neun Monaten dieses Jahres genauso viele PS/2-Rechner aus wie im gesamten Geschäftsjahr 1987, wobei 90 Prozent über die Händlerschiene vermerktet wurden. Konkrete Installationszahlen mochte Dorn aber hierzu, wie im übrigen auch zu den anderen Marktsegmenten, nicht nennen. Immerhin war zu erfahren, daß in der Bundesrepublik bisher in diesem Jahr 60 Prozent aller verkauften PS/2-Maschinen mit Mikrokanal ausgestattet waren.

Die für IBM offenbar leidige Diskussion "Microchannel versus Bus" suchte der oberste Marketier mit folgender Positionierung zu entschärfen: Der Mikrokanal sei notwendige Voraussetzung für komplexe Multitasking-Aufgaben, während Bus-Systeme für reine Single-User-Aufgaben ausgelegt seien. Auf die Frage, ob IBM angesichts der "EISA"-Initiative seinerseits Weiterentwicklungen in Richtung AT-Bus erwäge, meinte Dorn lapidar: "Dafür sehen wir keine Notwendigkeit." Im Hinblick auf den Microchannel räumte er allerdings ein, daß die Anwendungen erst noch Multitasking-fähig gemacht werden müßten, ehe der volle Nutzen offenkundig sei.

In puncto OSI und Unix war von IBM in Köln Altbekanntes zu hören: Man empfiehlt seinen Kunden "ausschließlich SNA", OSI stellt lediglich das Protokoll zur Verbindung in andere Welten dar und diene der "Interkommunikation".

Bei den Betriebssystem-"Architekturen" steht das SAA-Konzept mit PS/2, AS/400 und /370 an oberster Stelle, zumal nach einer Diebold-Erhebung 52 Prozent aller in der Bundesrepublik installierten Architekturen auf IBM entfallen. AIX, Big Blues Unix-Variante, erhalten Kunden dagegen nur auf ausdrücklichen Wunsch, wobei Dorn die Frage in den Raum stellte, wie unabhängig man denn mit Unix wirklich sei. Die Anwender sehen das offenbar anders: Die erwähnte Diebold-Analyse ergab nämlich auch, daß sieben Prozent der installierten BS-Systeme auf Unix entfallen, und daß dieser Anteil - bei sich ausweitendem Markt - bis 1992 auf 25 Prozent steigt.