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27.11.1992 - 

Parallelversion von MVS und DB2 geplant

IBM-RISC-Maschine auf der Basis einer 4-CPU-Architektur vorgestellt

MINNEAPOLIS (CW) - Auf der "Supercomputing '92" in Minneapolis hat die IBM eine Parallelmaschine unter Verwendung der eigenen RISC-Prozessor-Technologie, wie sie den RS/6000-Workstations zugrundeliegt, vorgestellt. Das "Shared Memory System Power/4" stellt eines der ersten greifbare Ergebnis in Big Blues Bemühungen dar, den Markt für Parallelmaschinen anzugehen.

Das Power/4-System wird auf Kundenanfrage in verschiedenen Konfigurationen ausgeliefert, wobei der jeweilige Preis von der Ausstattung abhängig ist. Als Verfügbarkeitsdatum gaben die IBMer Anfang Dezember an.

Nicht partizipiert hat Bull an dieser Entwicklung. Big Blue und die HN Information Systems Inc. arbeiten gemeinsam an einem Multiprozessor-System auf Basis der RS/6000-CPU-Technologie, die vor allem für kommerzielle Transaktionsverarbeitung gedacht ist. Diese Gemeinschaftsentwicklung soll nach Aussagen von Analysten Mitte des kommenden Jahres angekündigt werden.

Bei dem jetzt präsentierten Rechner handelt es sich um ein Towermodell, das mit vier Power-RISC-Prozzesoren (42 Megahertz- Taktrate) rechnet. Von wesentlicher Bedeutung bei Power/4 ist das zweistufige Speicherkonzept, das die Flaschenhalsproblematik beim Zugriff mehrerer CPUs auf einen gemeinsamen Arbeitsspeicher und die hieraus resultierende notwendige permanente Aktualisierung des Speicherinhalts minimieren soll.

Das IBM-Parallel-System besitzt aus diesem Grund nicht nur einen gemeinsamen (shared) Speicher, vielmehr haben die Big-Blue- Ingenieure jeder CPU noch einen lokalen Speicher appliziert. Mittels dieser Speicherarchitektur müßten die Daten nicht mehr kontinuierlich, sondern nur noch zu dem Zeitpunkt auf einen allgemein gültigen neuen Stand gebracht werden, zu dem sie wirklich von allen vier Prozessoren benötigt werden.

Neben der aktuellen 4-Prozessor-Maschine halten sich ferner Gerüchte, daß die IBM ein massiv-paralleles System in sehr fortgeschrittener Planung habe, daß bis zu 100 Prozzessoren vereinige. Der britische Brancheninformationsdienst "Computergram" zitiert seine Schwesterpublikation "IBM System User" mit der Meldung, Big Blue arbeite an einem solchen Rechner. Dieser Super-Mainframe solle unter einer moderat-parallelen Version von MVS sowie dem ebenso parallelisierten relationalen Datenbankmodell DB/2 laufen.

Branchenanalysten, die einen solchen Rechner im Betateststadium gesehen hätten, würden einen Ankündigungstermin für kommendes Jahr und ein Auslieferungsdatum für 1994 erwarten. Die massiv-parallelen Maschinen mit maximal 100 Prozzesoren auf RISC-Basis hätten gegenüber IBMs aktuellen ES/9000 Großrechnern unter anderen den Vorteil, nicht wassergekühlt zu sein. Allerdings gibt es auch skeptische Stimmen: So äußerten einige Fachleute, sowohl MVS als auch DB2 würden in solch einer massiv-parallelen Hardwareumgebung zu Zwecken benutzt, für die sie ursprünglich nicht vorgesehen waren.

Die IBM engagiert sich im Markt der parallelen Rechnersysteme in verschiedener Hinsicht: So unterstützt Big Blue die SSI von Steve Chen finanziell. Chen, Ex-Mitarbeiter von Cray Research, arbeitet schon seit Jahren an einem Parallelrechner, der mit 4 mal 32 Prozessoren aufwarten soll. Außerdem kündigten die blauen-Inge- nieure dieses Jahr Inpac an. Bei diesem "Integrated Parallel Accelerator" handelt es sich um den bisher fehlenden Array-Koprozessor für die Enterprise Mainframe-Linie, der auf maximal 60 RISC-Prozessoren auf der RS/6000-Familie beruht.

Mit der Thinking Machine Inc. (TMC) aus Cambridge, Massachusetts, dem Spezialisten für massiv-parallele Systeme, unterhält Big Blue ferner ein Software-Kooperationsabkommen. Bei dieser Zusammenarbeit wirft die IBM ihr Know-how in Sachen ES/9000-Hardwarearchitektur in die Waagschale.