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14.04.2000 - 

Enterprise Application Integration

IBM rüstet Middleware MQ Series Integrator auf

MÜNCHEN (as) - Im Geschäft mit Lösungen für Enterprise Application Integration (EAI) misst IBM seiner Messaging-Middleware "MQ Series" eine zentrale Rolle bei. Nun ist Version 2.0 von "MQ Series Integrator" angekündigt, die der Kopplung unternehmensweiter Informationssysteme dient. Sie wartet mit einem visuellen Programmier-Toolkit und einem XML-Repository auf.

Mit dem Integrator hatte IBM Mitte letzten Jahres ein Bundle vorgestellt, das die eigene Messaging-Middleware MQ Series um die Technik des Partners New Era of Networks (Neon) erweiterte. Letztere enthält Workflow- und Transformations-Funktionen, die MQ Series von Haus aus nicht bot und das Produkt insbesondere für den EAI-Markt aufwerten sollten. Die Regel- und Formatierungs-Engine von Neon kann unterschiedliche Standard- sowie industriespezifische Datenformate handhaben und unterstützt diverse Plattformen. Mit Version 2.0 kommen nun weitere Möglichkeiten für die Definition von Filterregeln und Formatierungen von Messages hinzu. Dabei wird der klassische Message Flow, bei dem eine Nachricht per Input/Output-Format beschrieben und in eine Queue gestellt, wieder ausgelesen und schließlich weitergeroutet wird, weiterentwickelt. Er bezieht sich nun auf eine Reihe von regelbasierten Operationen, die innerhalb einer Message-Bearbeitung ablaufen können (siehe Grafik).

Um komplexe Message-Flows übersichtlicher und nachvollziehbar bei Bedarf aufbauen zu können, erhielt die Management-Komponente des Integrators "Control Center" ein grafisches Toolkit, das die bisher scriptbasierte Programmierung ablösen soll. Laut Hersteller lässt Code sich nun per Drag and Drop zusammenstellen und in Flussdiagrammen präsentieren. So können Entwickler etwa Prozesse für "Aktualisieren" oder "Lookup" darstellen und Speicherprozeduren in IBMs Datenbanksystem DB2 einfügen. Ein Message Flow enthält künftig einfache Prozeduren, die so genannten Prozessknoten (Nodes), und "Connectoren", die die Output- und Input-Punkte benachbarter Knoten koppeln. Teil des Control Centers sind ferner Import- und Exportwerkzeuge, die eine engere Integration von Legacy-Anwendungen dank der erweiterten Architektur in die Messaging-Infrastruktur bewerkstelligen sollen. So lassen sich jetzt Nachrichtenformate etwa aus Cobol- und C-Anwendungen direkt in den neuen "Message Repository Manager" (MRM) übernehmen und weiterrouten.

Schließlich bietet MQ Series neben der Neon-Technik und dem MRM in einer dritten "Domain" die Nutzung der Extensible Markup Language (XML) für die Strukturierung von Messages. "Wohlgeformte" Messages lassen sich über das XML-Repository zwischenspeichern, bearbeiten und weiterleiten. Ein integrierter XML-Parser übernimmt die Auswertung der Dokumenteninhalte.

MQ Series ist seit längerem mehr als eine traditionelle Message Oriented Middleware und bietet auch Möglichkeiten wie "Publish/Subscribe". Client-Anwendungen können dabei Nachrichten nach bestimmten Themen oder speziellen Inhalten abonnieren beziehungsweise auszeichnen. Der Message Broker übernimmt die Verwaltung, sprich: Er gleicht die eingehende Message mit der internen Subscriber-Liste ab und routet sie weiter. Bisher mussten MQ-Series-Anwender diese Funktionen über ein zusätzliches "Supportpac" hinzukaufen, mit Version 2.0 wurden sie nun in das System integriert. Vor allem aber können bei den Publish/Subscribe-Funktionen Messages nun nicht mehr nur nach Topics (Key-Wörter), sondern auch abhängig vom Inhalt der Nachricht geparst und über den "User Manager" zu den Abonnenten weitergeleitet werden. MQ Series Integrator ist eine von zwei Varianten des Basissystems, die derzeit von IBM angeboten wird. Die andere Lösung, "MQ Series Workflow", ging 1998 aus Kopplung der Versionen 5 der "DB2 Universal Database" und der Messaging-Engine von MQ Series 5 mit dem bisherigen IBM-Produkt "Flowmark" hervor. Sie stellt ein Management-System dar, das Geschäftsprozesse automatisiert und so den Unternehmen mehr Kontrolle über ihre Abläufe gibt. Während die Aktivitäten-Definition noch eine aufwendige Sache für Programmierer ist, bietet das OO-Design einen hohen Grad an Wiederverwendbarkeit von Komponenten. Die weitreichende Integration in Notes liegt nahe.

Version 2.0 des Integrator soll-te in einer englischsprachigen Variante für Windows NT bereits im vierten Quartal 1999 auf den Markt kommen. Nun ist die Auslieferung für Anfang April zusammen mit Beta-Releases für AIX und Sun Solaris sowie Version 1.1 für die AS/400-Systeme angekündigt. Upgrade-Versionen auf Release 2.0 sowie für S/390-Systeme sind geplant. Noch im April kommen einige Erweiterungen des Basissystems MQ Series hinzu. So ist neben der Unterstützung der Betriebssysteme Windows 2000 und Linux auch erstmals die Nutzung der so genannten Coupling Facilities möglich. Diese Speicherfunktion ist Bestandteil des Clustering-Konzepts "Parallel-Sysplex", das IBM für seine S/390-Mainframes anbietet. Außerdem können Messages künftig via Hypertext Transport Protocol (HTTP) durch die Firewall geschickt werden. Bisher war dies nur über TCP/IP möglich, was einen höheren Konfigurationsaufwand bedeutete.

Abb.: Als Beispielist hier eine Anwendung aus der Luftfahrtindustrie dargestellt, bei der es um die Bestellung von Maschinenteilen geht.

1. Die Message (Bestellung) geht an den Broker von MQ Series und wird in die Queue gestellt;

2. Knoten 1: Bestellung wird empfangen;

3. Knoten 2: Bestellung wird überprüft (Prüfung des Message Formats);

4. Knoten 3: Fehlerbearbeitung, falls die Bestellung nicht ordnungsgemäß ist;

5. Knoten 4: Auftragserfassung (Speicherung aller Transaktionen);

6. Knoten 5: Suche nach dem Ersatzteil in den Inventarlisten und Zufügen der Informationen zur Message;

7. Knoten 6: Logistik (Suche nach einer Transportmöglichkeit für das Ersatzteil);

8. Knoten 7: Neuformatierung der Message. Hinzufügen der Auftragsinformationen (Knoten 2 und 3) und Erzeugen der Order;

9. Knoten 8: Weiterleiten der Message (Order) zum Drucksystem der Lagerhaltung für die Auslieferung. Quelle: IBM