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26.06.1987 - 

\erbessertes Netview, zwei neue ACFVTAM-Releases, X.25 für 9370 und noch vieles mehr:

IBM-Rundumschlag bei Kommunikations-Software

NEW YORK/CHICAGO (CWN) - Ein ganzes Bündel von Ankündigungen im Bereich Kommunikation hat die IBM vom Stapel gelassen. Die neuen Produkte unterstreichen einmal mehr die Doppel-Strategie des Marktführers: Im Mittelpunkt steht SNA, daneben spielt aber auch der Brückenschlag in andere Welten eine Rolle. Das weltweite Announcement gut hierzulande vorerst nicht - es gibt patentrechtliche Probleme mit dem Namen "Netview".

Die wesentlichen Bestandteile des neuen Paketes umfassen Sprach- und Datenanwendungen, Bandbreiten-Management, erweitertes Netzwerk-Management und einen erhöhten Support bei internationalen Verbindungs-Standards.

Zunächst sollen erweiterte Versionen der /370-Software "Advanced Communications Function/Virtual Telecommunications Access Method" (ACF/VTAM), die eine Peerto-Peer-Kommunikation via SNA ohne die Hilfe von Host-Anwendungen ermöglichen, dem Anwender mehr Handlungsspielraum bei der Einbindung von Hardware zu geben. So ist ein Link zwischen /370-Applikationen und Anwendungen unter anderen Operating-Systems vorgesehen, wie sie zum Beispiel auf den Systemen, 36 und /38 laufen. Auch die Integration von Fremd-Anlagen läßt sich mit Hilfe der "aufgepeppten Versionen" realisieren.

ACF/VTAM Version 3, Release 1.2 gestattet die Kommunikation verteilter Prozessoren mit System/370Prozessoren über Wählverbindungen oder Multipunkt-Standleitungen.

Mit der Verfügbarkeit dieses Produktes ist 1988 zu rechnen. ACF/ VTAM Version 3 Release 2 hingegen beinhaltet den Support für X.25-Adapter, sofern die Software in 9370- und 4361-Umgebungen zum Tragen kommt. Gleichzeitig wird der Support von Peer-to-Peer-Kommunikation via SNA unter MVS, VM/SP und VSE geboten. Mit der Verfügbarkeit dieser beiden Produkte ist ebenfalls 1988 zu rechnen.

Darüber hinaus kommt die ACF-Unterstützung auch den 9370-Token-Ring-LANs zugute, wobei die Einbindung über einen Controller geschieht, der entweder 9370-Prozessoren untereinander oder mit Terminals im Token-Ring verknüpft. Im übrigen wird das Informationssystem 9370 generell aufgerüstet und zwar in den vier Bereichen Netzwerk-Verbindung, Netzwerk-Management, Netzwerk-lnstallation und Geräte-Unterstützung. Diese Erweiterungen, die zu einem vereinfachten Umgang mit dem Informationssystem führen sollen, sind nach IBM-Angaben das Ergebnis von entsprechenden Kundennachfragen.

Neuer Gilanz für Netview

In "neuem Glanze" erscheint auch die NetView-Produktfamilie, IBMs Netzwerk-Management-Software für das System /370. Vorgestellt wurden neue Netview-Versionen für Hosts md PCs sowie "Solutionpacs", die die Installation dieses Netzwerk-Management-Systems erleichtern. Die Version "Netview Implementation" ist für die Systeme MVS/370 und MVS/XA bereits jetzt und für VM im Juli verfügbar.

Das zweite Paket mit der Bezeichnung Site Planning Services wird einer beschleunigten Installation des Informationssystems 9370, der Serie / 1, der Systeme /34, /36 und /38 und des System-88-Prozessors sowie der Ausrüstung mit zusätzlichen Equipment für diese Anlagen dienen. Das System/36 Solutionpac bietet auch Unterstützung für intelligente Workstations auf dem Token-Ring, eine Profs-Brücke und Support für das PS/2 Model 30.

Netview Release 2 ist dafür konzipiert, das Management von SNA- und anderen Netzwerken zu zentralisieren. Es ermöglicht auch die Kontrolle über entfernt installierte Systeme, 370. Erhältlich ist das Produkt im Dezember diesen Jahres für MVS/XA und MVS/370, für VM-Systeme irn ersten Quartal 1988 und für VSE Ende 1988. Die Preise rangieren von 7,860 Dollar bis 60 240 Dollar. Die Netview/PC-Version 1.1 unterstützt das Netview Release 2 und die SAA-Konzeption. Sie ist ab Dezember 198/ verfügbar und kostet 2 000 Dollar.

Gemeinsam mit Rolm kündigte die IBM das Kommunikations-Feature für PCs. "Rolmbridge 5250" an. Hierbei handelt es sich um eine neues Software-Programm, das verbesserte Möglichkeiten der asynchronen Datenübertragung bei IBM-Mikros und PS/2-Computern in /36 oder /38 Umgebungen.

Zu guter Letzt hat der Marktriese auch die sogenannten "Volume Procurement Amendments (VPAs) vereinfacht. Im Rahmen dieser VPAs erhalten die Kunden, die bestimmte Volumina von Hard- und Software übernehmen, Sonderpreise und müssen neuerdings keine Transportkosten mehr übernehmen.

Neben den Produktannouncements hat Big Blue auch die Unterzeichnung eines Marketing- und Entwicklungsabkommens mit der Network Equipment Technologies Corporation (N.E.T.) aus Redwood/Kalifornien bekanntgegeben. Nach der Vereinbarung wird IBM weltweit die nichtexklusiven Marketing-, Installations- und Servicerechte für künftige und laufende Neuerscheinungen von N.E.T.s "Integrated Digital Network Exchange (IDNX) TM Transmission Resource (T-1) Manager" und damit verbundener Produkte erhalten.

Diese Vermittlungstechnik versetzt Unternehmen mit einem hohen Informations-Aufkommen in die Lage, Breitband-Hochgeschwindigkeits-Netze aufzubauen und zu betreiben. Zudem erhält IBM im Rahmen des Abkommens die Erlaubnis, das Inter-Modal-Protokoll von N.E.T. künftig in IBM-Produkte einzubauen. Dies soll die Verbindungsfähigkeit der Produktlinien beider Unternehmen verbessern. Auch ist weiteren Angaben zufolge daran gedacht, daß IBM-Technologie zu künftigen Produktentwicklungen der N.E.T. beigesteuert werden. Schließlich planen die beiden Unternehmen auch Erweiterungen zu den bestehenden Produktlinien, die die Integration von IDNX/TM in IBMs NetviewTM und NetView/PC/TM verbessern soll.

Wann und in welcher Form der IBM-Produkt-Rundumschlag dem hiesigen Anwender zugute kommt, steht allerdings derzeit leider noch in den Sternen. Die IBM Deutschland GmbH ließ in diesem Zusammenhang lediglich verlauten, daß es patentrechtliche Schwierigkeiten mit Netview gebe. Dieses im Rahmen der Ankündigungen besonders bedachte Produkt wird von den Stuttgartern nämlich gar nicht "geführt". Mit einer Klärung des Problems sei aber in Kürze zu rechnen.