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18.04.1975 - 

Die "MDT" wird nicht mehr das sein, was sie bisher war

IBM's Kleincomputer System /32

STUTTGART - Als "Computer für kleine Unternehmen" hat IBM das System /32 in der Bundesrepublik angekündigt (siehe auch Seite 1). Recht spät paßt sich IBM, die bisher wenig auf den Einsatz von Minicomputern und MDT-Anlagen gebaut hat, den Benutzerbedürfnissen dieses Marktes an. Kenner der EDV-Szene werden sich zwar erinnern, daß IBM schon vor einigen Jahren den zögernden Versuch unternommen hat mit dem ,"potemkinschen " Magnetkonto des /3-6 in den MDT-Bereich einzudringen, - das war wohl eine Fingerübung. Der Erfolg dürfte IBM mit dem System /32 sicher sein: In USA wurden, wie aus IBM-Kreisen verlautet, in den ersten drei Monaten seit der dortigen Ankündigung 2000 Einheiten abgesetzt.

Das System /32 zeichnet sich dadurch aus, daß alle Systemkomponenten in einer schreibtischgroßen Einheit untergebracht sind: Die auf einem Mikroprozessor basierende CPU, Ausbaustufen von 16, 24 oder 32 K Bytes Hauptspeicher, Bildschirm, Tastatur, Festplatteneinheit, Diskette-Eingabe-Station sowie Druckwerk. Volle Integration sämtlicher Systemteile, - das ist nur die eine Seite: IBM stellt beim /32 in den Vordergrund, daß dieser Kleincomputer bediener-orientiert und bereits "schlüsselfertig" programmiert ist .

Die Zentraleinheit besteht aus monolithischen Bausteinen (Mosfet-Technik); die Zykluszeit beträgt 600 Nanosekunden.

Standardmäßig wird eine Variation der "Winchester-Platte" mit vereinfachtem Zugriffsmechanismus (nur zwei Lese-/Schreibköpfe) angeboten, die eine Kapazität von 5 Mio. Bytes hat; wahlweise kann auch eine 9,1 Mio-Platte angeschlossen werden.

Durch eine Übertragungsgeschwindigkeit zwischen der Zentraleinheit und der Magnetplatte von 889 KB dürfte sichergestellt sein, daß das System /32 nicht auf Informationen von der Platte warten muß. Nicht so recht vorstellen kann man sich, wie die Datensicherung mit der Kombination von Festplatte und Diskette bewerkstelligt werden soll. Um die 5 Mio.-Platte zu sichern, wären immerhin 20 Disketten erforderlich, die jeweils 243 000 Zeichen aufnehmen können.

Die Disketten-Eingabeeinheit liest 3400 128-Bytes-Blöcke/Min. und schreibt/prüft mit einer Geschwindigkeit von 1800-28 Bytes-Blöcken pro Minute. Dateneingabe ist nur über Tastatur und Diskette möglich. Bedienerführung und Abfrage von Daten erfolgt über den Bildschirm (6 Zeilen a 40 Zeichen). An das System /32 können fünf Drucker mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten angeschlossen werden. Der Standard-Drucker hat eine Leistung von 40 Zeichen/Sek (7 x 7 Matrix) Ein zweiter Matrix-Drucker ist doppelt so schnell. Darüber hinaus werden Zeilendrucker mit 50, 100 oder 155 Zeilen/Min. angeboten. BSC- und SDLC-Adapter ermöglichen den Anschluß an 360, 370 /3 und /7. Dadurch kann das System /32 die Funktion eines Remote-Batch-Terminals in Verbundnetzen übernehmen. CW wird in ihrer nächsten Ausgabe ausführlich über die /32-Software berichten.