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Zahlreiche Verbesserungen, aber lange Lieferfristen:


10.04.1987 - 

IBM schafft Anschluß an Stand der PC Technik

MÜNCHEN (CW) - Vier Modelle Ihrer neuen PC Reihe "Personal System /2" stellte die IBM mit einem umfangreichen Sortiment von Peripheriegeräten vor. Enthalten darin sind Drucker. Bildschirme und ein optischer Massenspeicher. An die Stelle des bisherigen Grundmodells "IBM PC" tritt jetzt das Modell 30. Es ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der laut IBM aber noch eine ganze Weile verkauft werden soll, mit dem echten 16-Bit-Prozessor 8086 bestückt, die Taktfrequenz wurde auf 8 Megahertz heraufgesetzt.

Der Hauptspeicher umfaßt im Grundausbau 640 Kilobyte; maximal lassen sich 2,6 Megabyte installieren, die allerdings nur im Zusammenhang mit dem ebenfalls neu vorgestellten "3270 Control Program" oder als RAM-Disk zugänglich sind. Drei Steckplätze stehen für Systemerweiterungen zur Verfügung. Das Modell 8530-002 ist mit zwei Diskettenlaufwerken ausgestattet, die jeweils 720 Kilobyte fassen. Je ein Floppylaufwerk und eine 20-MB-Festplatte findet man im Modell 8530-02 t .

Dem bisherigen PC AT entspricht ungefähr ihr das Modell 50. Serienmäßig ist das Tischgerät mit 1 MB RAM bestückt, maximal 7 MB lassen sich unterbringen. Serienmäßig ist auch eine 20-MB-Harddisk vorhanden. Das Modell 60, ein Standgerät, ist in zwei Versionen erhältlich. Beide bieten sieben Erweiterungssteckplätze, einen auf maximal 20 MB ausbaufähigen Arbeitsspeicher und sonst die gleichen Daten wie das Modell 50.

Ebenfalls als Standgerät ausgeführt sind alle drei Varianten der 32-Bit-Maschine Modell 80. Allesamt mit dem 80386 bestückt, unterscheiden sie sich hinsichtlich des maximalen Arbeitsspeicherumfanges (20 beziehungsweise 22 Megabyte) und der eingebauten Festplatten (44 bis 115 Megabyte). Während bei den Varianten 041 und 071 die Taktfrequenz 16 Megahertz beträgt, wird die Ausführung 111 mit 20 Megahertz betrieben und ist damit schneller als alle anderen derzeit verfügbaren 80386-Maschinen. Erhältlich ist das IBM-Gerät allerdings noch nicht: Die beiden 16-MHz-Versionen sollen ab Frühherbst ausgeliefert werden; die 20-MHz-Version kommt dann Ende des Jahres auf den Markt.

Gemeinsam ist allen neuen Maschinen die Ausführung in SMD-Technik (Surface Mounted Device: die Chips werden direkt auf die Platine aufgebracht). Dadurch beanspruchen sie deutlich weniger Platz als die herkömmlichen PCs. An die Stelle der bisherigen 5 1/4-Zoll-Floppies treten jetzt Disketten mit 3 1/2 Zoll Durchmesser und auf 720 KB beziehungsweise 1,44 MB erhöhter Kapazität. Die Festplattencontroller arbeiten mit einem verbesserten Interleave-Verhältnis, was die Schreib- und Lesegeschwindigkeit um den Faktor 1,7 bis 3 steigert. Für die Massenspeicherzugriffe hat IBM einen Hauptspeicherbereich als Cache reserviert, was einen erhöhten Durchsatz zur Folge hat.

Die größeren Modelle -ab Modell 50 - sind mit dem patentrechtlich geschützten Bussystem "Microchannel" ausgestattet, der einerseits laut IBM den Durchsatz erhöhen und Multiprocessing ermöglichen soll. Andererseits ist eine speziell "optimierte" Prozessorversion für seine Unterstützung erforderlich - darin dürfte wohl der eigentliche Grund für seinen Einsatz liegen, denn diese Version ist Clone-Herstellern nicht zugänglich.

Vier neue Bildschirme lassen sich an die Rechner anschließen. Alle sind entspiegelt und arbeiten mit der relativ hohen Bildwiederholfrequenz von 70 Hertz. Ihre jeweiligen Funktionen sind abhängig von der Ansteuereinheit. Beim Modell 30 ist dies das "Multi Color Graphics Array" (MGCA), bei den anderen Modellen das "Video Graphics Array" (VGA)

Der 12-Zoll-Monochrom-Monitor 8503 bildet 640 mal 480 Punkte in 64 Graustufen ab. Auf dem 14-Zoll-Farbbildschirm 8512 lassen sich ebenfalls 640 mal 480 Pixel darstellen. Aus einer Palette von 262 000 Farben können bis zu 256 ausgewählt und in einer Color-Look-up-Table untergebracht werden. 88 Pixel je Zoll bildet der mit gleicher Auflösung ausgestattete 12-Zoll-Farbbildschirm 8513. Der 16-Zoll-Screen 8514 schließlich eignet sich mit seiner Darstellung von 1024 mal 768 Punkten für CAD-Applikationen oder Desktop-Publishing. Die Grundauflösung der Ansteuereinheiten beträgt dabei jeweils 320 mal 200 Punkte. Die Wahl einer höheren Auflösung bedingt jeweils eine Reduzierung der Farbzahlen.

Zu den Preisen: Ein Modell 30/2 mit Monochrom-Bildschirm kostet 4400 Mark, die Variante 21 kommt auf 5700 Mark. Der AT-Ersatz Modell 50 schlägt mit 8800 Mark zu Buche, und das Modell 60 kostet je nach Plattenkapazität 12 220 oder 13 320 Mark. Ein guter Tausender mehr ist für die kleinste 80386-Maschine 8580-041 zu berappen. Für 17 000 Mark ist die 8580-071 mit ihrer 70-MB-Platte zu erwerben, und das "Flaggschiffs" 8580-111 schließlich steht mit 21 000 Mark in IBMs Preisliste.

Neben diesen Systemeinheiten mitsamt ihren Bildschirmen stellte Big Blue auch noch eine Reihe von Peripheriegeräten vor. Dabei verdient hier ein optischer Massenspeicher besondere Beachtung. Die Platteneinheit in WORM-Technik dient zum Archivieren von Daten, die nicht mehr geändert zu werden brauchen.