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IBM Serie1: Geglückter Einstieg in den Mini-Markt?

10.02.1978

Seit Ankündigung der IBM-Minicomputer-Serie/1 ist ein knappes Jahr vergangen, und schon gibt es eine Reihe von Installationen. Obwohl sich auf diesem Markt namhafte internationale Hersteller etabliert haben (DEC, Hewlett-Packard, Data General etc.), scheinen die Anwender auf diese IBM-Ankündigung geradezu gewartet zu haben. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man die überaus positive Beurteilung der "Erst-Benutzer" betrachtet: An erster Stelle der Auswahlkriterien steht, ohne Zweifel die Wartung, als zweiter, wesentlicher Vorteil wird das günstige Preis-/Leistungsverhältnis genannt, wobei der Anwender sogar das Fehlen der Software in Kauf nimmt, denn "erstmals ist der Marktführer bereit, mit Softwarehäusern und Beratungsfirmen zusammenzuarbeiten". CW befragte zwei Softwarehäuser und zwei Erst-Anwender.

Roland Bleicher

Leiter der Datenverarbeitung Magirus Deutz AG, Ulm

Derzeit werden in unseren Niederlassungen 18 Systeme der IBM Serie /1 installiert. Als wir unsere Entscheidung fällen mußten, die Magnetkontencomputer in den Außenstellen durch neue Systeme zu ersetzen, war die Serie /1 gerade in Amerika angekündigt worden. Wir haben daraufhin unsere Entscheidung um ein halbes Jahr verschoben, um den deutschen Markt zu beobachten. Als dieser nicht - wie erwartet - reagierte, haben wir uns für den Einsatz der Serie /1 entschlossen, weil

1. die Serie /1 - wie alles, was IBM anpackt - einen gründlichen Hintergrund hat;

2. zum Zeitpunkt unserer Entscheidung dieses System mit Abstand das billigste war. Im Vergleich zu anderen Anbietern differierte der Preis zwischen 100000 und 250000 Mark für ein einziges System;

3. das System an allen Einsatzorten gewartet werden kann.

Unsere Vorstellungen bei der Planung waren, daß der Preis für die Ablöse-Systeme der MKCs etwa gleich bleiben sollte. Günstig für uns ist, daß wir als Pionier-Anwender sehr interessant für Software-Häuser sind, die sich darum reißen, die "erste" Software zu erstellen - ein weiterer Grund für unseren schnellen Entschluß.

Von der reinen Anwendung her hätten wir auch die IBM-Systeme /32 oder /34 einsetzen können, allerdings muß man - zumindest in Deutschland - für jedes System die Software extra dazukaufen. Das kommt zu teuer, denn für die /1 muß die Software nur einmalig für alle 18 Anwendungen erstellt werden. In Holland werden wie bei uns für den gleichen Zweck /32-Rechner benutzt.

Zu dem Zeitpunkt, als wir wählen mußten, war unsere Entscheidung richtig. Inzwischen hat sich der Markt jedoch verändert: Für geplante Anwendungen im Bereich der Fertigung werden wir uns diesen Markt neu ansehen. Und ich weiß nicht, ob wieder die Serie /1 zum Einsatz kommen wird. Die Entwicklung im Bereich der Datenverarbeitung ist heute so schnell, daß eine einmal getroffene Entscheidung nicht für die nächsten Jahre ihre Gültigkeit behält.

Uwe Haas

Hauptabteilungsleiter Mack lllertissen, chemisch-pharmazeutische Fabrik

Unsere Entscheidung für die IBM /1 beruht auf betriebswirtschaftlichen Überlegungen: Das Angebot von Anlagen auf diesem Sektor ist relativ groß. Wenn man jedoch die Kosten und Anwendungen klar abgrenzt, unter Berücksichtigung der Kompatibilität zur kommerziellen DV-Anlage, so verringert sich die Auswahl ziemlich. Die IBM /1 erfüllt für uns aufgrund ihrer besonderen Flexibilität, der vorhandenen Schnittstellen und der modularen Ausbaufähigkeit alle Voraussetzungen für die bei uns anfallenden Anwendungen wie Zutrittskontrolle, Gleitzeiterfassung, Kantinendatenerfassung, Anschluß von transportablen Datenerfassungs-Terminals sowie in der zweiten Stufe die geplante Datensammlung. Trotz der Differenziertheit der Anwendungen bietet die /1 eine recht einfache Handhabung der Datensammlung und des Datentransfers mittels eines BSC-Anschlusses auf die kommerzielle DV-Anlage zur Verarbeitung und Auswertung.

Ein sehr entscheidender Gesichtspunkt für uns war, aufgrund der geographischen Lage von Illertissen, der Kundendienst: Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Herstellern ist dieser bei der IBM sehr gut und vor allem - in unserem Fall - sehr nahe.

Der im ersten Augenblick auftretende scheinbare Nachteil, daß keine Software vom Hersteller zur Verfügung gestellt wird, konnte sehr schnell dank eines mit der IBM zusammenarbeitenden Software-Hauses abgebaut werden. Nicht vergessen darf man, daß das System trotz seines modularen Aufbaus und der bereits aufgeführten Flexibilität einen recht attraktiven Preis hat. Außerdem erlaubt es auf eine recht einfache Weise den Anschluß von Fremdgeräten, was bei uns der Fall sein wird. Zusammenfassend möchte ich annehmen, daß wir uns für das im Preis-/Leistungsverhältnis günstigste System aus der Vielzahl der auf dem Markt befindlichen, zum Teil recht begrenzten Einzweckrechner-Systeme entschieden haben.

Ewald Stark

Geschäftsführer EDV-Beratung Stark und Co., Stuttgart

Als EDV-Beratung und Software-Haus beschäftigen wir uns mit der Entwicklung von Standard-Software im kommerziellen Bereich sowie im Bereich der Prozeßdatenverarbeitung. Als es darum ging, einen geeigneten Rechner zu finden, der beide Bereiche gleichermaßen gut abdeckt und für einen möglichst großen Benutzerkreis einzusetzen ist und der zudem für

unsere Schwerpunkt-Anwendung geeignet ist, mußten wir ein System auswählen, das

1. über eine hohe interne Geschwindigkeit verfügt,

2. Prozeßein- und -Ausgabe besitzt,

3. über schnelle Speichermedien (Platte, Diskette) verfügt,

4. ohne großen Aufwand die Möglichkeit der Integration in bestehende EDV-Organisationen bietet,

5. von seiten des Herstellers mit einem zuverlässigen und schnellen Service ausgestattet ist,

6. eine hohe Systemverfügbarkeit bietet,

7. dem Benutzer eine komfortable Systemsoftware zur Verfügung stellt und

8. für möglichst viele Benutzer ein interessantes Preis-/Leistungsverhältniß bietet.

Unter Abwägung all dieser Punkte entschieden wir uns für den neuen Universalrechner IBM/1.

Josef Niedermair

NM-IDV München

Interessant an der Marketingstrategie, die IBM mit der neuen Serie /1 anstrebt, ist vor allem, daß der Marktführer sein bisher restruktives Verhalten gegenüber Systemhäusern, Beratungsunternehmen und Software-Häusern aufgibt. Denn bis dato war der Standpunkt so, daß niemand, der nicht IBM ist, IBM verkaufen kann.

Aber auch die Anwender stehen dem neuen System von vornherein positiv gegenüber, auch wenn es viele andere, seit langer Zeit auf diesem Markt etablierte Unternehmen gibt. Ist ja auch ganz klar. Seit jeher sind doch die Anwender überzeugt, IBM habe immer und in allen Fällen und seit jeder Zeit die modernste, die perfekteste Hardware gehabt. Der Preis dabei ist relativ, denn nur das ist teuer was weniger - bietet, als gebraucht wird.

Auch wenn die IBM ersten den Markt entsprechend auf bereitet hat, sie hat immer das geboten, was gebraucht wird. Denn durch ihre starke Position konnte sie immer und zu allen Zeiten buchstäblich bestimmen, wer was wie und in welcher Weise auszuführen hat.

Zunächst hat IBM das SNA-Konzept geschaffen: Großrechner als Schaltzentralen. Alles übrige hat IBM diesem Konzept untergeordnet und unter diesem Gesichtspunkt die Serie /1-Minicomputer entwickelt.

Ich konnte im Zuge meiner Tätigkeit feststellen, daß obwohl ich auch Systeme namhafter, auf dem Weltmarkt etablierter Minicomputer-Hersteller angeboten habe - die Zuhörer aufhorchten, als das /1 von IBM zur Sprache kam. Der Gedanke hierbei war, daß Anwender, die bereits einen IBM-Großrechner haben, jetzt die Möglichkeit sehen, mit dem System /1 IBM-Hardware an den Arbeitsplatz zu bringen.