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12.02.1988 - 

Trotz der Vorteile bei der Benutzerführung gerät DEC-System ins Abseits:

IBM setzt MVS/XA gezielt gegen VMS ein

FRAMINGHAM (IDG) - Der Kampf zwischen IBM und Digital Equipment wird auf der Ebene der Betriebssysteme fortgesetzt. Obgleich MVS/XA und VMS zwei verschiedenen Welten entstammen, werden sie von Marktbeobachtern aneinander gemessen.

Ursprung der IBM-Systemsoftware MVS/XA ist die Ära der Stapelverarbeitung; auf die steigende Nachfrage der User nach Dialogverarbeitung im Online-Modus reagierte der Marktführer mit der Entwicklung von Untersystemen für MVS. Das Betriebssystem ist jetzt mit mehr als einem Dutzend Komponenten verfügbar. Neben TSO oder CICS stehen dem Anwender beispielsweise die Jobeingabe-Subsysteme "Jes2" sowie "Jes3" zur Verfügung.

Digital Equipment konzipierte VMS, zu dessen Funktionen Kommunikation auf gleicher Ebene, Jobbearbeitung, Systemkonfiguration und -rekonfiguration zählen, vornehmlich für den technisch-wissenschaftlichen Bereich. Für die Applikations-Entwicklung eigne sich diese Software ebenfalls besser als das Konkurrenzprodukt von Big Blue, formuliert ein Branchenkenner.

Als weiteren Trumpf dieses Systems hebt einer der VMS-Entwickler den Paging-Algorithmus hervor. Unter VMS lassen sich die Seiten aus dem Haupt- in den Pufferspeicher ziehen, von wo aus sie schnell abgerufen werden können; von dort aus werden sie regelmäßig auf die Magnetplatte übertragen. Dieses Random-Cache-System arbeitet nach Ansicht des Experten deshalb effektiver, weil für bereits benötigte Daten die Wahrscheinlichkeit größer sei, daß sie noch einmal abgerufen werden.

Auf einer hohen Input/Output-Basis hinken VMS-Maschinen den IBM-Mainframes der 3090-Serie allerdings hinterher. Während der VMSRechner in einer Sekunde 10 bis 15 Arbeitsvorgänge bewältigt, schafft ein IBM-Modell unter MVS/XA in der gleichen Zeit 200 IMS-StandardArbeitsvorgänge. Urteilt ein USGroßanwender: "Mit VMS kann man unter Einsatz eines Minimums an Bedienerpersonal Daten und Verarbeitungsleistung über Maschinen verteilen. Macht eine Applikation jedoch die rasche Bewegung enormer Datenmengen erforderlich, so zahlen sich die Kosten für System und Personal bei MVS/XA aus".

Wichtig dürfte also für Digital Equipment werden, die Systemsoftware VMS für Dialogrechner sowie für intelligente Vaxcluster-Verwalter zuzuschneiden, meinen DEC-Beobachter. Die Terminal-Dialogverarbeitung gilt als Hauptbelastung einer VAX. Solange die Engpässe Befehlsdurchsatz und Input/Output-Verwaltung nicht behoben sind, wird die IBM gerade an dieser Front ihre Attacken gegen den Mini-Experten aus Maynard in Massachusetts fortsetzen.