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17.10.1975

IBM-Sieg erlaubt Telex das Überleben

NEW YORK - Als am Freitag, den 3. Oktober bekannt wurde, daß IBM und Telex sich außergerichtlich geeinigt hatten und daß es keine Fortführung des Verfahrens vor dem Obersten Gerichtshof geben werde (wie CW in der letzten Ausgabe auf Seite 1 kurz berichtete), setzte ein solcher Run auf IBM-Aktien ein, daß an der New York-Stock Exchange der Handel mit IBM-Papieren suspendiert werden mußte. Desgleichen wurden an den Börsen in London und Tokio vorübergehend die IBM-Aktien vom Handel ausgesetzt.

Die Telex Corp., Tulsa, Oklahoma, hatte im Februar 1973 gegen IBM Klage erhoben wegen Behinderung des Wettbewerbs auf dem Sektor der steckerkompatiblen Peripheriegeräte. IBM reichte Widerklage ein wegen Diebstahls von Industriegeheimnissen.

Zunächst ein Telex-Sieg

In erster Instanz konnte Telex vor zwei Jahren einen großen Sieg verbuchen, denn letztlich erhielt die Firma Schadenersatz-Ansprüche in Höhe von über 150 Millionen Dollar zugesprochen - wenngleich sie an IBM, in der Frage der Gegenklage, 22 Millionen Dollar als Schadenersatz für Industriespionage zahlen sollte.

Allerdings, im Januar dieses Jahres verlor Telex in der Berufungsinstanz den Anspruch gegen IBM, sollte aber an den Marktführer wegen Spionage und Abwerbung 18,5 Millionen Dollar Strafe zahlen.

In diesen Tagen nun hatte der Supreme Court als oberstes Bundesgericht darüber zu entscheiden, ob der Telex-Antrag, den Fall erneut zu verhandeln, angenommen würde. Ein "Nein" hätte für Telex bedeutet, 18,5 Millionen Dollar an die IBM zahlen zu müssen. Die Firma hatte wiederholt erklärt, daß sie dazu finanziell außerstande sei und in diesem Falle aufgeben müsse.

Offensichtlich hat Telex "im Interesse der Kunden, Angestellten und Aktionäre" (so Telex-Präsident T. Jatras) vorgezogen, die Spekulation auf die große Entschädigungssumme aufzugeben, um von IBM dafür die fällige Strafe geschenkt zu bekommen, womit das Unternehmen das Risiko eines Zusammenbruchs vermied.

Nach verschiedenen Vergleichen in kleineren Antitrust-Prozessen und der außergerichtlichen Einigung in den spektakulären Fällen CDC versus IBM und nun auch Telex versus IBM wurden die Regierungs-Antitruster des US-Justice-Department zunehmend in Isolation gedrängt, denen es vor Gericht immer schwieriger fällt, ihre Mammut-Klage gegen IBM glaubwürdig zu präsentieren. -m-