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29.07.1988 - 

Im Vorfeld der für SeptemberOktober erwarteten offiziellen Ankündigung:

IBM signalisiert schnellere Token-Version

FRAMINGHAM (IDG/cmd) - Der DV-Marktführer setzt wieder einmal auf seine bewährten Marketing-Tricks: Über die Riege der US-Berater und -Analysten streuen die Armonker erste Teilinformationen

über die 16-MBit/s-Version des Token-Ring-LANs in die Öffentlichkeit, um dann gezielte Nachfragen mit der Standardfloskel "Wir reden nicht über noch nicht angekündigte Produkte" abzuwehren.

In Raleigh, dem Sitz seiner Communications Products Division, machte IBM eine handverlesene Schar von Beratern und Marktforschern in einem "Briefing" mit seiner LAN-Strategie vertraut. Danach

steht noch im Herbst dieses Jahres, genauer im September oder Oktober, die schnellere Variante des Token-Ring-Netzwerks auf der Ankündigungsliste. Für 1990 stellt IBM den Auguren ein 100-MBit-Glasfaser-LAN gemäß dem sich anbahnenden "Fiber Distributed Data Interface"(FDDI)-Standard in Aussicht.

Das zu erwartende 16-MBit-Netzwerk soll - wie dessen langsamere Variante - bis zu 260 aktive Stationen am Ring unterstützen. Mit einer "early token release" genannten Option will IBM einerseits Verzögerungen bei der Übertragung reduzieren und andererseits den Durchsatz erhöhen.

Anwender, die bereits die 4-MBit-Version einsetzen, können sich mit Hilfe von "Bridges" an das schnellere LAN ankoppeln und dieses dann als "Backbone"-Netz nutzen.

Darüber hinaus wird es nach Angaben von Frank Dzubeck, dem Chef der Washingtoner Beratungsfirma Communications Network Architects, Inc., auch einen Brückenschlag in die konkurrierende Ethernet-Welt geben.

Weniger erfreulich dürfte aus Kundensicht die Tatsache sein, daß der 16-MBit-Token-Ring im Unterschied zur 4-MBit-Variante nur für geschirmte Zweidraht- und Glasfaserkabel ausgelegt ist.

Da die bisherigen Token-Anwender größtenteils ihr Netz auf normalen Telefonkabeln installiert haben, bleibt ihnen, wenn sie aufrüsten wollen, nur eine Möglichkeit: der Wechsel auf einen der beiden Kabeltypen und damit der Austausch.

Da das Thema FDDI beziehungsweise ANSI-Standard X3T9.5, wie es offiziell heißt, derzeit in den USA einer der Renner ist, kann sich dem auch die IBM nicht entziehen. Nach Aussagen der Analysten will der Marktführer sein FDDI-Token-Ring-Netz kompatibel zum ANSI-Standard gestalten und mit zwei verschiedenen Implementierungen, die jeweils für bis zu 500 aktive Stationen ausgelegt sind, aufwerten: Die erste Version, die IBM-intern als Klasse A firmiert, verwendet zwei Glasfaser-Ringe und bietet damit eine Bandbreite von insgesamt 200 MBit pro Sekunde; die zweite Kategorie, Klasse B, unterstützt 100 MBit pro Sekunde auf dem ersten Ring, während der zweite Ring als Backup-System konzipiert ist.