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24.11.1995

IBM steigt aus der Deutschen EDI-Gesellschaft aus Neue Organisation soll kuenftig fuer EDI Werbetrommel ruehren

BREMEN (pg) - Der Austausch elektronischer Handelsdaten (EDI) soll in Deutschland weiter forciert werden. Diesem Zweck dient die DE- PRO GmbH, deren Gruendung auf dem Kongress "EDI '95" in Bremen bekanntgegeben wurde. Die Organisation wird von der Deutschen EDI- Gesellschaft (DEDIG) die Promotion und Vertretung in internationalen Gremien uebernehmen.

Nach fast einjaehrigem Hin und Her ist die Schaffung der DE-PRO GmbH nunmehr beschlossene Sache. Mit Gruendung der DE-PRO wird die im Sommer 1993 ins Leben gerufene DEDIG e.V. jedoch nicht aufgeloest. Sie sei ebenso wie das Deutsche Institut fuer Normung (DIN) sowie der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) gleichberechtigter Gesellschafter, sagte Juergen Bommer, Vorstandsvorsitzender der DEDIG, anlaesslich der Tagung. Die DEDIG - jetzt gewissermassen ein Foerderverein - soll mit den Beitraegen ihrer Mitglieder die EDI-Foerderung mitfinanzieren.

Neben der DEDIG wurden DIN und DIHT als Gesellschafter ins Boot genommen, weil beide Interessengruppen ebenfalls die EDI-Geschicke hierzulande leiten. Das DIN ist fuer die nationale Pflege der EDI- Spezifikationen verantwortlich. Der DIHT steht hinter dem Ausschuss zur Vereinfachung internationaler Handelsverfahren (Deupro). Urspruenglich sollte der Ausschuss die Wahrung deutscher Interessen in uebernationalen Normierungsgremien 1993 an die DEDIG abtreten, tat dies aber nicht. Infolgedessen kam es in den letzten zwei Jahren zu Kompetenzgerangel zwischen den Institutionen (siehe auch Seite 23).

Mit zwei Geschaeftsfuehrern fuer die DE-PRO sowie der Verteilung der Aufgaben versuchen die Verantwortlichen nun den unterschiedlichen Interessen Rechnung zu tragen. Der vom DIHT gestellte Geschaeftsfuehrer in Bonn zeichnet fuer die internationale Standardisierung verantwortlich. Sein Pendant in Berlin repraesentiert fuer das DIN die nationale Normierung sowie fuer die DEDIG das EDI-Marketing.

Ob der gewuenschte "Synergieeffekt", wie Bommer es ausdrueckte, eintritt, bleibt abzuwarten. Noch vor der offiziellen Aufnahme der DE-PRO-Amtsgeschaefte Anfang 1996 muss die Organisation bereits den ersten Wermutstropfen schlucken. Die IBM Deutschland wird, wie die CW erfuhr, ihre Mitgliedschaft in der DEDIG kuendigen. Schmerzlich ist fuer die DE-PRO dabei weniger die finanzielle Einbusse als vielmehr der Imageverlust.

Der Ausstieg weiterer Mitglieder der DEDIG, in der sowohl EDI- Anwender als auch Anbieter organisiert sind, ist nicht auszuschliessen. Ursache dafuer koennte sein, dass der Verein durch die DE-PRO-Gruendung noch mehr Einfluss einbuesst. In Bremen wurden Stimmen von DEDIG-Teilnehmern laut, die um eine ausreichende Vertretung ihrer Interessen fuerchten und sich nur noch als Melkkuehe sehen.

Die Gefahr einer Kuendigung weiterer namhafter Mitglieder wie IBM befuerchtet Bommer jedoch nicht. Er sieht in der Schaffung der DE- PRO eine Optimierung der EDI-Promotion in Deutschland sowie ein professionelles Forum zum Nutzen der DEDIG-Klientel. Bommer ist der Ueberzeugung, dass sich die Zahl der DEDIG-Mitglieder von gegenwaertig 65 weiter erhoehen wird. Die Mitglieder bringen derzeit rund 400000 Mark in die Kasse, weitere 800000 Mark aus dem rund 1,2 Millionen Mark umfassenden Budget flossen bisher durch Foerdermittel der EU sowie Seminareinnahmen in den DEDIG-Topf.