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13.09.2007

IBM steigt bei OpenOffice ein

Jahrelang hatte Big Blue die Software nur genutzt. Jetzt will das Unternehmen auch zur Entwicklung beitragen.

Die Zugeständnisse sind erheblich: IBM will das OpenOffice-Projekt unterstützen, Code für das Paket stiften und mit einem Entwicklungs-Team zum weiteren Erfolg beitragen. Dem feierlich vollzogenen Beitritt zu OpenOffice.org ging eine lange Auseinandersetzung mit Sun voraus.

IBM nutzte die freien Office-Anwendungen über Jahre in der mittlerweile eingestellten "Workplace"-Produktreihe und integrierte sie auch in Notes/Domino 8 allerdings ohne den Namen OpenOffice zu verwenden. Die Rede war immer nur von den "Productivity Tools". Sun erboste an IBMs Vorgehen vor allem, dass der Konkurrent keinen Beitrag zur Entwicklung von OpenOffice leistete und intern programmierte Erweiterungen nicht an das Projekt zurückgab. Der Java-Anbieter beschäftigt über hundert Programmierer für das Projekt, die vorwiegend am ehemaligen Firmensitz der übernommenen Star Division in Hamburg arbeiten. Vergeblich hatte Sun IBM aufgefordert, sich an OpenOffice zu beteiligen. Als die Bemühung nicht fruchtete, stellte das Projekt die Version 2.0 der Software unter die restriktive GNU Public Licence (LGPL). Sie zwingt dazu, Erweiterungen von OpenOffice unter der gleichen Lizenz an das Projekt zurückzugeben. Die früheren Ausführungen unterlagen der relativ liberalen Sun Industry Standard Source License (SISSL), die IBMs eigenwilliges Vorgehen erlaubte. Offiziell begründete Sun diese Maßnahme mit Lizenzvereinfachungen. Die meisten Beobachter gingen indes davon aus, dass sie sich gegen die IBM richtete.

Big Blue verharrte seitdem auf der Codebasis von OpenOffice 1.x, die es um eigene Komponenten erweiterte. Simon Phipps, Chief Open Source Officer bei Sun, sprach daher von einer IBM-spezifischen Abspaltung von OpenOffice.

Das Unternehmen war aufgrund seines Sonderwegs jedoch von den Fortschritten des Open-Source-Projekts abgeschnitten, so dass es etwa die Dateifilter für das mit der Version 2.0 eingeführte Open Document Format (ODF) selbst entwickeln musste.

Mit dem Beitritt der IBM erhält das freie Büropaket eine Reihe von Komponenten, insbesondere Eingabehilfen, die das Unternehmen bisher für sich behalten hatte. Da im öffentlichen Sektor Software häufig nur dann angeschafft werden darf, wenn sie behindertengerecht ist, könnte OpenOffice durch den Beitrag der IBM in staatlichen Institutionen weiter an Boden gewinnen. Außerdem sollen zukünftig 35 IBM-Entwickler in China permanent zu OpenOffice beitragen.

Bad News für Microsoft

Die Unterstützung von OpenOffice durch ein Schwergewicht wie die IBM dürfte der freien Software Auftrieb verleihen. Die Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, da Microsoft mit seinen Standardisierungsbemühungen um Office Open XML eine vorläufige Niederlage einstecken musste. IBM tat sich dabei als Gegner des Microsoft-Formats hervor und bezog Position für den ISO-Standard ODF. Die Pressemitteilung zitiert Mike Rhodin, General Manager für Lotus, der durch das OpenOffice-Engagement von IBM eine weitere Stärkung und Verbreitung dieses XML-Dateiformats erwartet.

Microsoft betrachtet OpenOffice offiziell als wenig bedrohliche Konkurrenz im unteren Segment. Um dort den Vormarsch aufzuhalten, konterten die Redmonder mit großen Preisnachlässen für private Anwender bei Office 2007 und der Vorinstallation von zeitlich beschränkten Demoversionen auf neuen Rechnern. Diese lassen sich einfach in Vollversionen umwandeln. Außerdem soll die kommende Version 9 von MS Works durch eingeblendete Werbung finanziert werden und für Anwender lizenzkostenfrei bleiben. (ws)