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21.02.1992 - 

Basis ist die RS6000-Technologie

IBM steigt in den Markt für massiv-parallele Systeme ein

PARIS (zek) - Mit einem weitreichenden Statement of Direction meldete die IBM jetzt Ansprüche im Bereich des massiv-parallelen Supercomputing an. Noch in diesem Jahr will der Mainframe-Marktführer die ersten Produkte für dieses Marktsegment anbieten. Technische Basis der neuen Supercomputer-Familie wird der IBM-eigene RISC-Prozessor "Power" sein, der auch in den RS/6000-Workstations zum Einsatz kommt.

Mit der Ankündigung, in den Bereich massiv-paralleler Systeme einzusteigen, unterstreicht die IBM, daß sie hier einen wichtigen Zukunftsmarkt sieht, den sie nicht mehr anderen Anbietern überlassen will. So haben auf der Kongreßmesse "Supercomputing Europe", die dieses Jahr in Paris stattfand, alle Hersteller von Supercomputern ihr Engagement im Bereich der massiv-parallelen Systeme bekräftigt. Selbst der Supercomputer-Marktführer Cray Research, der bisher in erster Linie auf Vektorsysteme setzte, kündigte in Paris die Entwicklung eines solchen Systems an (siehe Seite 27, "Trend geht zu..."). Während Cray als Prozessorbasis auf den - offiziell bislang nicht angekündigten - Alpha-Chip von Digital Equipment zurückgreift, setzt Big Blue auf eine komplette Eigenentwicklung.

Bis Ende 1992 erstes Low-end-System

Entwickelt werden die neuen Systeme im neugegründeten

"Highly Parallel Supercomputing Systems Laboratory" (HPSSL) in Kingston im US-Bundesstaat New York. Dort wird die IBM-Grundlagenforschung weitergeführt, die bisher in europäischen IBM-Labors und Forschungsinstituten geleistet wurde. Bis zum Ende dieses Jahres soll am HPSSL ein erstes Low-end-System entstehen. Weitere Systeme mit immer mehr Prozessoren werden im Lauf der 90er Jahre folgen. Innerhalb der bisherigen IBM-Anstrengungen im Supercomputer-Bereich sollen die massiv-parallelen Rechner eine Ergänzung zu den vorhandenen Angeboten darstellen. Dazu zählen unter anderem die Vektor-Erweiterungen für die ES/9000- und 3090-Rechner und die RS/6000-Cluster, bestehend aus 3 bis 32 RS/6000-Systemen.

Zielanwendungen für die neuen Systeme sind in erster Linie die klassischen Felder für Superrechner, wie Berechnung von Flüssigkeitsdynamik, Wettervorhersage, computergestützte Chemie, Medikamentendesign, seismische Forschung sowie die Berechnung komplizierter Finanzmodelle. Als Betriebssystem der neuen Parallelrechner wird das IBM-Unix-Derivat AIX eingesetzt, Produkte der Open Software Foundation und Posix-Standards will man aber auch unterstützen. Die parallele Vernetzung der Prozessoren soll ähnlich wie bei den RS/6000-Clustern auf einem "Multiple-Instruction-Multiple-Data". Ansatz mit einer Distributed-Memory-Architekur basieren. Nach IBM-Angaben sollen die neuen Rechner sogar im Rennen um den Tflops-Superrechner der 90er Jahre mithalten können.

Das Engagement der IBM im Bereich massiv-paralleler Systeme wird von Branchenbeobachtern als ernst zu nehmendes Zeichen gewertet, daß in diesem Bereich in Zukunft ein erhebliches Wachstumspotential liegen könnte. Bislang boten lediglich Spezialanbieter wie Ncube, Thinking Machines, Maspar, Alliant und die Supercomputer Division von Intel derartige Systeme an.

Zunehmende Verkaufserfolge einiger Unternehmen will die IBM durch eigene Angebote in dieser Richtung jetzt offenbar abblocken.