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IBM stellt den Vertrieb von DB/2 Olap Server ein

26.07.2005
Hyperion wird keine Technik für das OEM-Produkt liefern. Der überraschende Schritt reißt eine Lücke in das BI-Angebot von Big Blue.

Viele Jahre hatte Hyperion die Technik für IBMs "DB/2 Olap Server" geliefert. Nun beendet Big Blue die OEM-Partnerschaft und wird das Produkt nicht mehr vertreiben und nicht mehr weiterentwickeln. Bestandskunden erhalten bis Anfang 2007 Wartung. Sie sollen innerhalb der nächsten 18 Monate auf "Essbase", das Originalprodukt von Hyperion, migrieren. Beide Firmen verlieren sich also nicht aus den Augen: Ein Vertriebsabkommen gestattet es Hyperion, BI-Produkte an IBM-Kunden zu verkaufen.

Weniger Business Intelligence

Nach Ansicht von Gartner-Analyst Andreas Bitterer hat die Partnerschaft IBM nicht viel eingebracht, und der Konzern habe auch nicht viel Herzblut in die Zusammenarbeit fließen lassen. Viele Funktionen von Essbase wurden im DB/2 Olap Server gar nicht genutzt. Gleichwohl ist der Gartner-Mann überrascht über die Aufkündigung des OEM- Deals, die beide Firmen als "natürliche Evolution des Marktes" herunterspielen. "Das wird ein Loch in IBMs BI-Portfolio reißen", so Bitterer im Gespräch mit der computerwoche.

IBM hatte in letzter Zeit in Business-Intelligence-Software (BI) investiert. Letztes Jahr schluckte der Konzern die auf Java-basierende BI-Entwicklungswerkzeuge spezialisierte Firma Alpha- blox, und im März dieses Jahres kaufte er den Datenintegrationsexperten Ascential. Außerdem entwickelt IBM mit "Cubeviews" selbst Olap-Technik, die jedoch bis dato kein vollwertiger Ersatz für das Hyperion-Produkt ist.

Welche Produkte IBM künftig statt DB/2 Olap Server anbieten will, steht noch nicht fest. Der Hersteller teilte mit, es gebe keinen direkten Ersatz für das Hyperion-Produkt. Daher empfehle man Essbase, das mit Systemen wie Cubeviews oder Alphablox kombiniert werden könnte. Daneben schießen Spekulationen ins Kraut. Philip Howard, Research Director Technology bei Bloor Research, hält es für möglich, dass IBM sich den "SQL Server Analysis Services" von Microsoft zuwendet. Die Gates-Company bietet ähnlich wie Oracle Olap-Funktionen gemeinsam mit der eigenen Datenbank an. Eine solche Zusammenarbeit mit Microsoft oder gar mit Oracle kann sich Howards Kollege Bitterer von Gartner jedoch überhaupt nicht vorstellen. Als weitere Alternative nennt der Bloor-Experte eine neue Partnerschaft, beispielsweise mit dem schwedischen BI-Spezialisten Qliktech.

Fehlende Berichtsfunktionen

Seine Rolle im BI-Umfeld hat IBM nach Meinung von Gartner-Analyst Bitterer noch nicht definiert. Bisher seien die Angebote an Datenbanken und Tools zur Datenintegration und zum Datenqualitäts-Management kaum geeignet, um als BI-Player wahrgenommen zu werden. IBM fehlten eigene Reporting- und Data-Mining-Funktionen. (fn)