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20.12.1996 - 

Auch Bull und Motorola verabschieden sich

IBM stellt Entwicklung für NT auf Power-PC-Plattform ein

Wie Joseph Reger, bei der IBM für den Bereich "Neue Technologien" zuständig, betonte, werden alle Anwender, die bislang NT auf den IBM-RISC-Rechnern benutzen, auch weiterhin unterstützt. Allerdings seien dies nur sehr wenige. Reger wollte keine genauen Angaben zur Anzahl der NT-Anwender auf Power-PC-Basis machen. Er sagte lediglich, daß für sein Unternehmen gelte, was auch für die RISC-Rechner-Anbieter allgemein zutreffe: Die Verbreitung von NT auf dieser Rechnergattung bewege sich bei sehr niedrigen Prozentsätzen. Die Aussage, der NT-Markt sei, abgesehen von zwei bis drei Prozent, ein Intel-Markt, treffe vollkommen zu.

Die IBM sehe deshalb, begründete Reger den Abschied von NT für die Power-PC-Plattform, nur "sehr wenig Kundenbedarf für NT auf Power-PC". Deshalb werde ab 1. Januar 1997 NT für Power-PC nicht mehr weiterentwickelt. Das Programming-Center werde neue Aufgaben bekommen, Big Blue mache keine weiteren Anstrengungen mehr, den NT-Code auf die RISC-Rechner zu portieren oder zu pflegen. Es werde keine neue NT-Version für die RISC-Systeme geben.

Microsoft überlegt nach einem Bericht des britischen Brancheninformationsdienstes "Computergram" gerade, ob es NT in der Version 5.0 auf die Power-PC-Plattform portieren wird. Der Bedarf am Markt erreiche nicht die kritische Masse.

Auch Mips-CPU ohne NT-Unterstützung

Bereits vor einigen Wochen hatte die Gates-Company bekanntgegeben, daß sie NT für die Mips-RISC-Prozessoren der Silicon-Graphics-Tochter Mips Technologies Inc. nicht mehr unterstützen werde. Die Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI), in deren "RM"-Maschinen die Mips-CPUs arbeiten, hatte daraufhin gesagt, für NT habe es auf den RISC-Rechnern kaum Bedarf gegeben.

Auch Motorola und Bull werden NT auf ihren RISC-Systemen nicht mehr weiter forcieren. Ähnliche Ankündigungen wie von der IBM lagen zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht offiziell vor, entsprechende Verlautbarungen wurden allerdings bereits vorbereitet.

Es gebe mittlerweile eine klare Marktaufteilung in RISC-Unix- und Intel-NT-Plattformen, sagte Reger ferner. In den unteren Rechner- beziehungsweise Marktsegmenten, also der Intel-Domäne, spiele NT natürlich eine große Rolle. Im High-end-Bereich skalierbarer Server, auf denen etwa Datenbankanwendungen laufen, sei hingegen Unix das Betriebssystem der Wahl. Reger bestritt auch, daß Intel mit seinen Pentium-Pro-CPUs leistungsmäßig mittlerweile mit einigen RISC-Chips gleichgezogen habe. Insbesondere bei Data-Mining- oder Entscheidungsfindungs-Aufgaben hätten RISC-Architekturen noch deutliche Vorteile.

Reger sagte darüber hinaus, auf ihren Intel-Rechnern werde die IBM NT auch weiterhin anbieten. In dieser Rechnerumgebung sei das Microsoft-Betriebssystem von hohem Interesse.

IBMs Abkehr von NT für die Power-PC-Architektur ist vor allem wegen der mit Apple und Motorola entwickelten gemeinsamen Hardwarespezifikationen "Power-PC-Platform", vormals bekannt als Common Hardware Reference Platform (CHRP), bemerkenswert. Maschinen, die dieser Spe- zifikation entsprechen, sollten, so der ursprüngliche Plan, die Betriebssysteme AIX, Mac-OS, Sun Solaris und eben NT unterstützen.