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17.04.2007

IBM stellt System i gegen Microsoft

Mit zwei Kompaktangeboten sollen neue Kundenschichten erschlossen werden.

Mit einem flexiblen Preisschema und "Express"-Einsteigerversionen will IBM neue Kunden für das Mittelklassesystem gewinnen - und die sollen bevorzugt aus dem Microsoft-Lager kommen. Dazu hat Big Blue weltweit 1200 Mittelständler nach ihren Plänen und Bedürfnissen befragt und daraus die Neupositionierung des Dauerläufers System i abgeleitet: Die beiden Expressmodelle "515" und "525" sollen als kostengünstige Komplettpakete angeboten werden und in den USA ab Ende April verfügbar sein.

IBMs Offensive kommt einigermaßen überraschend. Jahrelang blühte das Mittelklassesystem System i im Verborgenen, auf größere Marketing-Maßnahmen legte Big Blue keinen Wert. Zwar änderte sich alle paar Jahre der Name - von AS/400 zu i-Series zu System i -, auch erfreute IBM die treue Nutzergemeinde mit regelmäßigen technischen Updates, aber positive Nachrichten darüber hinaus gab es kaum. Vielmehr kamen vor Jahren sogar Spekulationen darüber auf, dass Armonk die beiden Server-Linien im mittleren Leistungssegment, damals als "p-Series" und "i-Series" bekannt, zu einem System zusammenlegen wolle, weil beide auf nahezu identischer Hardware aufsetzten. Diese Pläne wurden bislang nicht verwirklicht, die Unix-Server und die OS/400-Rechner bestehen als eigene Rechnerfamilien weiter.

Während also System i in den "Dornröschenschlaf" gefallen war, sorgte die Intel-AMD-Microsoft-Welt permanent für Schlagzeilen. Beispielsweise sollte 64-Bit-Computing mit Intels Itanium und später den PC-Varianten von AMD und Intel für den Leistungsschub sorgen, den System i dank Power-PC-Prozessoren schon längst geschafft hatte. Auch in puncto Sicherheit hinkte die Microsoft-Welt hinterher: Der Sicherheitsspezialist Secunia hat über die vergangenen vier Jahre rund 120 Sicherheitslücken im weit verbreiteten Betriebssystem Windows Server 2003 Standard Edition entdeckt, im i5/OS nur neun. Gerade für Mittelständler sind solche Fehler oft nur schwierig zu beheben, weil geschultes Personal knapp ist.

Der bessere Windows-Server

Genau in diese Lücke will IBM System i nun hineinbugsieren. Mark Shearer, Verantwortlicher für das System i am Standort Armonk, preist die Express-Modelle als "billiger, stabiler und sicherer als Microsofts Windows-basierende Server" an. Big Blue hat ausgerechnet, dass ein kleiner Mittelstandsbetrieb mit weniger als hundert Mitarbeitern durchschnittlich mit sieben Servern arbeitet. Die ließen sich nach Vorstellung des Marketiers leicht durch einen Express-Server ersetzen, denn diese Rechner verfügen dank Dual-Core-Prozessor Power 5+ und dem Betriebssystem i5/OS über die notwendige Leistungsfähigkeit und sind so preiswert wie vergleichbar ausgestattete Windows-Rechner.

Der Preis für das Einsteigermodell "System i 515" beginnt bei knapp 8000 Dollar und enthält dann fünf Benutzerlizenzen. Für jeweils 1250 Dollar lassen sich fünf weitere Benutzer freischalten. IBM unterscheidet dabei noch zwischen internen und externen Benutzern. Für Letztere kann ein optionales Lizenzpaket für eine uneingeschränkte Anzahl von Usern (unlimited) erworben werden. Damit wäre beispielsweise eine kleine Privatbank in der Lage, ihren Kunden Online-Banking auf der Express-Maschine zu erlauben.

Auf die Lizenzen achten

Während das Express-Modell 515 für maximal 40 Benutzer gedacht ist, soll der größere Server "System i 525" in Umgebungen mit mindestens 30 Benutzern eingesetzt werden. Bei diesem Modell erfolgt die Lizenzaufrüstung in Zehnerschritten. Der Einstiegspreis der Maschine mit Doppelkern-CPU Power 5+ (davon einer on Demand) und einer Lizenz für 30 Benutzer liegt bei rund 36 500 Euro. Die Lizenzen für weitere zehn Benutzer schlagen mit etwa 2600 Euro zu Buche. Das Ende der Fahnenstange ist bei 150 internen Benutzern erreicht - ausgenommen wiederum die externen Benutzer in unbeschränkter Zahl, falls das entsprechende Lizenzpaket angeschafft wurde

Portieren sollen die Partner

Für die Portierung bestehender Windows-Applikationen stehen zwei Wege offen: die Nutzung von Linux-Versionen der Programme in virtuellen Linux-Partitionen oder die Anbindung von PC-Blades, die von den Express-Maschinen verwaltet werden. Doch darum sollen sich nicht die Anwender, sondern die IBM-Partner kümmern. "Früher wurde die AS/400 vom Buchhalter mit ein paar Kommandos verwaltet, und das Software-Update erledigten die Spezialisten. Das soll mit den Express-Servern ebenso funktionieren", wünscht sich Olaf Kiewitz, IBMs System Marketing Manager für System i. Neben den Funktionen, die im Betriebssystem bereits integriert sind, bietet Big Blue noch etwa 20 Zusatzprodukte an, die optional erworben werden können. Dazu zählt der Workload-Manager, mit dem auf einem System mehrere Applikationen unabhängig voneinander parallel betrieben werden können, statt für jede Aufgabe einen neuen Server anzuschaffen, wie es in der Windows-Welt üblich sei. (kk)