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25.10.1985 - 

Auslieferung in Europa im dritten Quartal 1986 geplant:

IBM stellt Token-Ring als PC-Net-Variante vor

ZÜRICH (cmd) - Das Token-Ring-Announcement von Big Blue rundet in erster Linie die Vernetzungsmöglichkeiten der PC-Reihe ab: Über eine Adapterkarte und auf der Basis des IBM-Verkabelungssystems können bis zu 230 PC, Portable PC, PC XT und PC AT im LAN, das eine Datenübertragungsrate von vier Megabit pro Sekunde bietet, miteinander kommunizieren,

Darüber hinaus bietet das Token-Ring-Netz - so IBM bei der europäischen Präsentation in ihrem Forschungslabor in Rüschlikon bei Zürich, wo die Token-Ring-Architektur entwickelt wurde - die Anbindung das "PC Netzwerk" sowie Gateway-Programme für die Serie /1 und die /370-Systeme. Last but not least sei das LAN auch als "offenes Datennetz" konzipiert, da die Netzwerkschnittstellen veröffentlicht seien und Texas Instruments ein entsprechendes Chip-Set für die Adapterkarte anbiete.

Die Hard- und Softwarekomponenten der Ankündigung sowie die möglichen Verknüpfungen im einzelnen: - Die neue PC-Adapterkarte enthält die vollständige Token-Ring-Steuerung und ist für die gesamte Netzsteuerung zuständig. Jedes Endgerät kann als "aktive Monitorstation" das Netz starten; bei Abschalten oder Ausfall übernimmt das nächstfolgende Gerät deren Funktion. Darüber hinaus enthält das Adapterprogramm Diagnostik-Eigenschaften. Die Adapterkarte kostet im IBM-Laden 2125 Mark und soll hierzulande im dritten Quartal nächsten Jahres an Kunden und autorisierte Händler ausgeliefert werden. In den USA dagegen ist sie bereits im Frühjahr 1986 verfügbar.

- Eine Neuentwicklung ist auch der Ringleitungsverteiler, der den Anschluß von bis zu acht Endgeräten an das Netz erlaubt. Zum Betrieb eines Token-Ring-Netzes ist mindestens ein Ringleitungsverteiler erforderlich, der in ein 19-Zoll-Gestell für Verteilerschränke oder in ein Gehäuse für Wand- oder Tischmontage eingebaut werden kann. Der Ringleitungsverteiler (2335 Mark zuzüglich Mehrwertsteuer) ist ebenfalls in den USA bereits im nächsten Frühjahr und in Europa erst im dritten Quartal 1986 verfügbar.

- Die Verkabelung zwischen den Endgeräten erfolgt sternförmig über das IBM-Verkabelungssystem: Sie werden mit Hilfe eines Adapterkabels (107 Mark zuzüglich Mehrwertsteuer) über einen IBM-Datenstecker in eine entsprechende Steckdose eingesteckt und von hier aus über ein Datenkabel des Verkabelungssystems mit dem Ringleitungsverteiler des Ring-Netzes verbunden. Bei einem Kabel vom Typ 1 des Verkabelungssystems können bis zu 260 Stationen mit einem Abstand von maximal je 100 Meter angeschlossen werden; bei dem neu spezifizierten Kabel vom Typ 3 ist es möglich, über einfachen Telefondraht insgesamt 72 PC mit einer Entfernung von höchstens je 45 Meter miteinander zu verbinden.

- Das neu angekündigte "Advanced-Programm-to-Program-Communications"-Packet für den IBM PC (APPC/PC) erlaubt den Einsatz der LU 6.2/PU 2.1-Architektur auf dem Token-Ring und sorgt für die Kommunikation im Rahmen von SNA sowohl zwischen den PC als auch mit den Systemen /370, /36, /38 und Serie / 1 .

- Bei der SNA-3270-Emulation kann der PC im Token-Ring-Netz als Gateway zu Hostrechnern fungieren, wobei er sich als 3270-Controller darstellt, während die übrigen Mikros im Netz eine 3278- oder 3279-Station emulieren.

- Das neue "IBM Token Ring Network/IBM PC Network Interconnect Program" stellt eine Verbindung zwischen den beiden LAN-Typen her; dabei dient ein PC als elektronische Brücke.

- Über einen Serie/ 1-PC-Adapter und mit entsprechender Software kann ein PC XT oder AT als Gateway zur Serie/1 dienen und den Anwendern im Netz die Platten- und Printerleistungen des Minis verfügbar machen. Darüber hinaus ist es möglich, über dieses Gateway auf /370-Systeme durchzugreifen.

- Das "Token-Ring Netbios Program" (Netbios = Network Basic Input/Output System) schließlich stellt eine Programmschnittstelle für den Token-Ring zur Verfügung und erlaubt das Schreiben von Anwendungsprogrammen, die auf beiden lokalen Netzen laufen können.

In den USA wurde darüber hinaus noch eine weitere Verbindungsmöglichkeit demonstriert, die zwar zum derzeitigen Zeitpunkt mangels entsprechender Produkte hier nicht relevant ist, die aber sehr wohl einen weiteren Entwicklungsschritt aufzeigt: der IBM PC als asynchrones Gateway zum öffentlichen Netz mit Hilfe einer digitalen Nebenstellenanlage der Big-Blue-Tochter Rolm.