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05.08.1988 - 

Zehn neue Modelle sollen Kundenwachstum bei vielfältigen Aufrüstungsmöglichkeiten sichern:

IBM stockt die Mainframe-Familie 3090 auf

05.08.1988

STUTTGART (CW) - Die Katze aus dem 3090-Sack ließ IBM mit dem neuen "S"-Zweig der Mainframe-Familie. Das Topmodell 800S soll laut Big Blue den ersten Platz bei der Leistung kommerziell einsetzbarer Rechner einnehmen.

Die wichtigsten Daten der neuen Rechnerfamilie waren bereits vorab bekanntgeworden (COMPUTERWOCHE Nr. 30 vom 22. Juli 1988, Seite 4). Allerdings heißt die Serie nicht, wie von der DV-Szene bisher angenommen, 3090F, sondern 3090S. Insgesamt bringt Big Blue zehn neue Modelle auf den Markt. Mit Ausnahme des Typs 170S handelt es sich dabei um leistungsgesteigerte Varianten der bereits seit einiger Zeit verfügbaren E-Modelle. Die 3090-17OS schließt die Leistungslücke zwischen den Modellen 150S und 180S und soll rund 50 Prozent mehr Leistung erbringen als die 150S. Die Familie deckt jetzt von der kleinsten zur größten Maschine ein Leistungsspektrum von - laut IBM - 1:15 ab (bisher 1: 10). Obwohl die neuen Maschinen teurer sind als die weiter lieferbaren E-Modelle, rechnet Big Blue dem Kunr anderem die Anbindung von Plattenspeichern über eine Entfernung von 245 Meter (bisher: 120 Meter). Die Übertra

gungsrate beläuft sich nach IBM-Angaben auf 4,5 Megabyte je Sekunde.

Weiter führt IBM mit sofortiger Wirkung eine neue Struktur in der Berechnung der Software-Gebühren ein. Neben den einmaligen Zahl ngen sind künftig auch die monatlichen Lizenzgebühren nach Rechnergröße abgestuft. Betroffen von der Maßnahme sind unter anderem die Produkte MVS/SP Version 3, MVS/ DFP Version 3, TSO/E Version o wurde die Grundzykluszeit aller Maschinen von 18 auf 15 Nanosekunden herabgesetzt.

Den Modellen 180S bis 600S spendierte IBM einen auf 128 KB verdoppelten Pufferspeicher je Prozessoreinheit. Die neuen Maschinen lassen sich jetzt typabhängig mit bis zu 2,5 Gigabyte Prozessorspeicher ausstatten, wobei auf den Zentralspeicher 512 MB und den Erweiterungsspeicher 2 GB entfallen.

Mit der Glasfaser-Kanalverlängerung 3044 Modell 02 zieht Big Blue jetzt mit der Konkurrenz gleich. Das Subsystem erlaubt unter anderem die Anbindung von Plattenspeichern über eine Entfernung von 245 Meter (bisher: 120 Meter). Die Übertragungsrate beläuft sich nach IBM-Angaben auf 4,5 Megabyte je Sekunde.

Weiter führt IBM mit sofortiger Wirkung eine neue Struktur in der Berechnung der Software-Gebühren ein. Neben den einmaligen Zahlungen sind künftig auch die monatlichen Lizenzgebühren nach Rechnergröße abgestuft. Betroffen von der Maßnahme sind unter anderem die Produkte MVS/SP Version 3, MVS/ DFP Version 3, TSO/E Version 2, DB2 Version 2 und MVS/XA SP. Für die E-Modelle entstehen daraus keine Mehrbelastungen, in der Prozessorgruppe 30 (E- und S-Reihe) sollen sich die Gebühren sogar verringern. Teuer wird die Softwarelizenz dagegen für die Modelle 500S und 600S.

Die Computer sollen ab dem vierten Quartal lieferbar sein. Die Preisspanne rangiert von 1,9 Millionen Mark für eine 120S bis zu 26,2 Millionen für die Sechsprozessor-Maschine 600S. Das neue Betriebssystem MVS/ESA, das auch auf den E-Modellen einsetzbar ist und dort laut IBM ebenfalls Performance-Gewinne bringt, ist ab sofort erhältlich.

Konkurrent Amdahl, dessen bisheriges Spitzenmodell 5990-1400 IBM mit der 3090-600S als leistungsfahigstes kommerzielles System Aberrundet haben will, gibt sich unterdessen unbeeindruckt. "Die reine Hardwareleistung unserer Maschine liegt immer noch über der der IBM 600S - schon die Zykluszeit ist mit 10 Nanosekunden deutlich niedriger", erklärte Marketingchef Reiner Wolter. Der angebliche Leistungsvorsprung der 600S entstehe nur beim Einsatz von MVS/ESA. Diese Systemsoftware laufe aber auf den Amdahl-Rechnern ebenso wie auf den Maschinen der Konkurrenz. Und was die Preisgestaltung anbelange, so Wolter, so werde sein Unternehmen "die Positionierung neu überdenken".