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11.03.1988 - 

Spekulation Ober OEM-Vertrag mit Siemens und Olivetti:

IBM sucht Partner für das PS/2-Geschäft

MÜNCHEN (dow) - Unterstützung braucht die IBM offenbar, um eine Akzeptanz der PS/2-Mikrokanal-Design-Architektur zu erreichen. William C. Lowe, zuständiger Mann für das PC-Geschäft bei der IBM Corp. in White Plains/New Jersey, sprach vor Presseleuten in der vergangenen Woche über ein "mögliches Marketing-Arrangement" mit Siemens und Olivetti.

Mit der Vergabe von Lizenzen an die beiden Unternehmen würde der Marktführer vom ehemals harten Kurs des Alleinganges abweichen. Noch vor wenigen Wochen (siehe CW Nr. 5/1988, Seite 1) beharrte die IBM darauf, daß sie "keinesfalls" bereit sei, Lizenzen zu vergeben. Herstellern, die dennoch versuchten, die Mikrokanal-Architektur zu kopieren, drohte die IBM mit gerichtlicher Verfolgung.

Über das Stadium des Abwartens sei man schon längst hinaus, ist unter anderem von Zenith und Data Systems zu hören. Nach Meinung von Herstellern wie Tandy und Western Digital sind die ersten Clones bereits im Sommer marktfähig. Verträge der IBM mit Siemens und Olivetti könnten-mit Blick auf die Clone-Hersteller-somit auch als eine Flucht nach vorn bewertet werden.

Die Reaktion aus München ist branchenüblich: Sprecher aus dem Hause Siemens dementieren eine Zusammenarbeit mit der IBM bezüglich der Mikrokanal-Architektur. Man unterstütze zwar das im April angekündigte Betriebssystem OS/2, sei aber der Meinung, daß die AT-Bus-Spezifikation weiterhin als De-facto-Standard gelte. Die Mikrokanal-Architektur habe für den Anwender den gravierenden Nachteil, daß er seine alten Zusatzkarten nicht in den neuen Systemen einsetzen könne. Der Übergang vom AT-Bus zum Mikrokanal würde zu einem harten Bruch führen.

Der PC-Chef des Marktführers hat sich mit seinem Statement offenbar einen Schritt zu weit in die Öffentlichkeit gewagt. Bereits am Montag schwächten Firmensprecher das Statement von Lowe als "vorschnelle und ungeeignete Äußerung" ab.