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14.12.1990 - 

Milliarden-Geschäft für EDS geplatzt:

IBM-Tochter macht Outsourcer einen Strich durch die Rechnung

MÜNCHEN (CW) - Kurz vor dem Abschluß eines Vier-Milliarden-Dollar-Vertrags mit der Continental Airlines Holding mußte der Outsourcer EDS diesen dicken Fisch von der Angel lasssen. Dafür machen beide Firmen zum einen die wegen der Golfkrise gestiegen Rohölpreise und zum anderen die Intervention des Leasingunternehmens IBM Credit Corp. (ICC) verantwortlich.

Die Flugzeug-Holding wollte mit EDS einen 10-Jahres-Vertrag abschließen, wonach der Outsourcer für den Betrag von vier Milliarden Dollar die gesamte Datenverarbeitung von Eastern und Continental Airways übernehmen sollte. Im Gegenzug beabsichtigte EDS, 250 Millionen Dollar für einen 50prozentigen Anteil am Geschäft mit "System One", dem Reservierungssystem von Continental, zu zahlen.

Daraufhin hat die Finanzierungstochter der IBM eine Klage gegen diesen Handel eingereicht, um ihre Rechte an der Hardware von System One zu schützen. Als Leasingunternehmen ist sie die Eigentümerin der für das Reservierungssystem eingesetzten Rechner. lnfolge dieses ICC-Vetos sahen sich EDS sind Continental eigenen Angaben zufolge gezwungen, ihre gemeinsamen Pläne aufzugeben - beim Outsourcing tritt IBM als direkter Konkurrent von Marktführer EDS auf. "Es ist schade, daß wir auf Druck von außen unser Verhältnis zu EDS modifizieren müssen", kommentiert der für den System-One-Bereich verantwortliche Geschäftsführer Richard E. Murray.

Andere Quellen sehen den Grund für den Abbruch der Vertragsverhandlungen in den manifesten Finanzproblemen der Continental Airline Holding.

Die wegen der Golfkrise vorübergehend enorm gestiegenen Rohölpreise haben die Fluggesellschaft offensichtlich in arge Schwierigkeiten gebracht. "Das Überleben der potentiellen Kunden stand auf dem Spiel", kommentiert Charles E. Taylor, ein US-Analyst von Prudential-Bache Research. Seiner Ansicht nach hatte EDS keine andere Wahl, als von dem Geschäft zurückzutreten.

Eine ähnliche Ansicht wird auch im "Wall Street Journal" vertreten. Die Beteiligung an System One habe für EDS in dem Maße an Attraktivität verloren, wie Continental mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, zumal die Fluggesellschaft bis dato der beste Kunde des eigenen Systems gewesen sei.

Für die Version, nach der die IBM-Tochter den Deal torpediert hätte, spricht, daß ein Erfolg der Klägerin die Fluggesellschaft in zusätzliche Geldschwierigkeiten gebracht hätte. Nach Aussagen von ICC wären dann schlagartig Außenstände in Höhe von 80 Millionen Dollar fällig geworden. Außerdem hätte die Fluglinie dann die für die System One eingesetzte IBM-Hardware zurückgeben müssen.

In dieser Situation will es Continental nicht mit der IBM-Tochtergesellschaft verderben. Das amerikanische Branchenblatt "Computerworld" zitiert in diesem Zusammenhang eine Sprecherin der System-One-Division: "Selbst wenn ICC seine Klage leicht durchbringen könnte, haben wir größtes Interesse, weiterhin mit dem Leasingunternehmen zusammenzuarbeiten.