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04.02.2000 - 

Objektorientierte Management-Lösung für OS/390

IBM-Tochter Tivoli kauft mit Accessible Software Großrechner-Know-how

MÜNCHEN (CW) - Tivoli Systems Inc. hat sich im Bereich des Großrechner-Managements verstärkt. Für einen ungenannten Preis übernahm die IBM-Tochter das Unternehmen Accessible Software samt dessen objektorientierter Verwaltungslösung "Access 1". Die Akquisition könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Integration des IBM-Erbes keine zentrale Rolle bei der weiteren Produktentwicklung spielt.

Das erworbene Werkzeug soll es Kunden ermöglichen, das OS/390-Management in Verwaltungslösungen für verteilte Umgebungen zu integrieren. Damit ließe sich dann eine einheitliche Oberfläche erstellen, die Vorgänge in Netz-, Client-Server- und Großrechnerumgebungen auf einen Blick darstellen kann. Access 1 ist laut Hersteller die erste objektorientierte Verwaltungsplattform für das Großrechner-Betriebssystem.

"Die Eingliederung der Technologie von Accessible Software in unser OS/390-Portfolio signalisiert unseren Kunden, dass Tivoli die jeweils beste Management-Software für ihre E-Business-Umgebung anbietet", schlägt Tivoli-CEO Jan Lindelow die Werbetrommel. Genau diese Aufgabe sollte eigentlich das einstige IBM-Produkt "Netview" übernehmen. Seit Tivoli unter die Fittiche von Big Blue wechselte, verantwortet der Management-Spezialist auch diese Verwaltungsplattform für Mainframes. Seitdem arbeitet Tivoli daran, Netview in die eigene objektorientierte Lösung "Tivoli Enterprise Software" (TES) zu integrieren.

Die Ablösung von Netview durch Access 1 ist nicht zu erwarten. Wahrscheinlicher ist die Eingliederung der übernommenen objektorientierten Plattform in die eigene objektorientierte Verwaltungslösung, so dass ein Werkzeug für das Management von gemischten OS/390- und Client-Server-Installationen entsteht. Interessant ist dieser Ansatz vor allem in dem von IBM propagierten E-Business-Umfeld, in dem der Großrechner die Dienste eines Web-Servers übernimmt.

Tivoli könnte sich mit diesem Vorgehen auch von dem Druck befreien, den Ansatz einer durchgehenden, auch Großrechnerinstallationen umfassenden Management-Plattform mit Hilfe von Netview zu verwirklichen. Das wäre auch ein Hinweis auf eine neue Strategie bei Tivoli, Lücken im Portfolio nicht mehr mit den von IBM übernommenen Techniken zu füllen, sondern mittels eingekauften Know-hows. In dieses Bild passt auch die Anfang des Jahres angekündigte Übernahme des SAN-Geschäftsbereichs von Mercury Computer Systems (SAN = Storage Area Networks). Ursprünglich angekündigte eigene Entwicklungsvorhaben in dem Bereich der Speicherverbände, die auf von IBM übernommenen Techniken aufbauen sollten, wurden damit obsolet.