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04.10.1991

IBM - Turn-around?

Seit dem historischen Kurshoch der IBM-Aktie im Sommer 1987 hat das Unternehmen an der Börse über 50 Milliarden US-Dollar an Wert verloren. Vor vier Jahren errechnete sich eine Börsenkapitalisierung bei Big Blue von über 110 Milliarden US-Dollar. Heute wird der DV-Marktführer an der US-Börse noch mit knapp 60 Milliarden US-Dollar bewertet.

Im Gegensatz zu IBM notiert Wall Street, gemessen am Dow-Jones-Industrieaktien-Durchschnitt, heute zehn Prozent höher als im Sommer 1987. Hätte IBM nicht schlechter als der Gesamtmarkt abgeschnitten, müßte der Kurs heute bei über 200 US-Dollar liegen.

IBM wird 1991 den niedrigsten Gewinn seit 1977 ausweisen. Noch im Spitzenjahr 1984 wurde aus einem Umsatz von 45,9 Milliarden US-Dollar ein Nettogewinn von 6,58 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Die Netto-Umsatzrendite lag bei 14,3 Prozent.

1991 wird nach Schätzungen des US-Analysehauses Value Line aus einem Umsatz von 65 Milliarden US-Dollar ein Nettogewinn von 2,76 Milliarden US-Dollar erzielt werden. Die Netto-Umsatzrendite wird dann bei nur noch 4,2 Prozent liegen. In dieser Prognose sind die Kosten der Umstrukturierung enthalten.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, unterzieht sich die IBM einem Wandel. Value Line rechnet damit, daß bis zum Ende diese Jahres bis zu 17 000 Arbeitsplätze im Konzern abgebaut sein werden. In den letzten fünf Jahren schloß Big Blue neun Werke. Die Kosten für diese Maßnahme drücken auf den Ertrag. Der IBM geht es dabei im Branchenvergleich noch verhältnismäßig gut. Apple, DEC, Unisys und Wang schrieben rote Zahlen im zweiten Quartal 1991, die IBM erwirtschaftete einen Quartalsgewinn von 114 Millionen US-Dollar. Für 1992 reichen die Gewinnschätzungen von acht US-Dollar bis zwölf US-Dollar je IBM-Aktie. Daß solche Schätzungen mit Vorsicht zu genießen sind, ist gerade heuer deutlich geworden. Nahezu alle Analysten wurden 1991 von der Tiefe der Ertragskrise überrascht und lagen mit ihren Gewinnschätzungen bei weitem zu hoch.

Dennoch: Auftragsbestand, Auftragseingang und die eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen weisen darauf hin, daß Ende 1991 das Ertragstief durchschritten sein wird. Die Kostensenkungsmaßnahmen werden 1992 greifen. Bei einer Dividendenrendite von knapp fünf Prozent und 20 Dollar Cash-Flow je Aktie steckt ein guter Teil der noch vorhandenen Risiken im Kurs der IBM-Aktie. Für den langfristig orientierten Anleger lohnt ein Engagement.

*Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in München.