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25.01.1991 - 

Big Blue steigert 1990 seinen Jahresgewinn um 60 Prozent

IBM-Umsatz wächst erstmals seit 1985 wieder zweistellig

ARMONK (CW) - Die Umstrukturierungen des vergangenen Jahres haben den größten Computerhersteller der Welt offenbar zu einem neuen Höhenflug verhelfen können: Der Jahresumsatz der IBM Corp. stieg um zehn Prozent auf 69,02 Milliarden, der Gewinn sogar um 60 Prozent auf 6,02 Milliarden Dollar. Allerdings resultierte der Zuwachs in erster Linie aus den Nicht-Mainframe-Bereichen.

Erstaunlich hoch - teilweise jedoch mit dem niedrigen Dollarkurs erklärbar - ist der Anteil des internationalen Geschäfts an Umsatz und Gewinn des Rechner-Giganten. Die ausländischen Dependancen konnten ihren Absatz um 13,3 Prozent auf 41,9 Milliarden und den Profit auf 4,6 (1989: 4,1) Milliarden Dollar steigern. Damit trugen sie zu 60,7 Prozent zum Konzernumsatz beziehungsweise zu 76,4 Prozent zum Konzerngewinn bei. Die höchsten Zuwächse verzeichneten dabei die Regionen Südostasien, gefolgt von Europa und Lateinamerika. Auf dem US-Markt konnte die IBM ihren Absatz dagegen nur um 5,4 Prozent auf 27,12 Milliarden Dollar steigern.

Mit einem Umsatz von 23,06 (1989: 20,46) und einem Profit von 2,46 (1989: 2,17) Milliarden Dollar im vierten Quartal des Geschäftsjahres 1990 näherte sich die IBM Corp. ihrem Rekordergebnis von 1985 (2,68 Milliarden). Bei der hohen prozentualen Profitsteigerung darf man allerdings nicht übersehen, daß 1989 eine außerordentliche Belastung von 2,42 Milliarden Dollar für Umstrukturierungsmaßnahmen zu Buche schlug.

John F. Akers warnte jedoch vor zu hochgesteckten Erwartungen für das erste Halbjahr dieses Jahres. Er verwies auf das unsichere weltpolitische und -wirtschaftliche Umfeld, in dem sich die IBM 1991 bewege. Unternehmen würden versuchen, ihre Ausgabenbudgets zu beschneiden, in denen Computerkäufe inzwischen einen gewichtigen Posten einnehmen würden.

Zum Teil resultierte der überraschend hohe Gewinn im vierten Quartal aus dem niedrigen Dollarkurs und aus Steuersenkungen - Umstände, die sich schnell wieder verändern können. So erklärte ein Analyst gegenüber dem amerikanischen Wirtschaftsblatt "Wall Street Journal", daß von den 13 Prozent Zuwachs acht aus der Dollarschwäche resultieren würden.

Die größte Steigerung verzeichnete die IBM nicht in ihrem Kerngeschäft. Insgesamt verkaufte Big Blue im vierten Quartal mit 15,49 Milliarden Dollar 7,9 Prozent mehr Hardware als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Service-Bereich erlösten die Armonker mit 3,45 Milliarden hingegen 27,3 Prozent mehr, bei der Software kam man mit 3,1 Milliarden auf eine Steigerung von 17,6 Prozent. Das Miet- und Finanzierungsgeschäft kletterte sogar um 34 Prozent auf 1,02 Milliarden Dollar. Damit machte IBM im letzten Viertel des vergangenen Jahres nur noch 52 Prozent ihres Umsatzes mit Hardware.

Dieser Sektor habe nach Angaben der IBM auch darunter gelitten, daß man im September vergangenen Jahres die neue /390-Familie zwar angekündigt habe, die leistungsstärksten Modelle könne man aber erst im zweiten Halbjahr dieses Jahres ausliefern. Im Berichtszeitraum haben jedoch neben den RISC-Systemen und der bereits 1987 eingeführten AS/400, die Hochleistungs-Plattenlaufwerke gut abgeschnitten. Besonders gut verkauft haben sich demnach die erst im September vergangenen Jahres eingeführten neuen AS/400 Modelle C04 und C06 sowie das AS/Entry-Modell Y10; das gleiche gelte auch für die bereits verfügbaren Modelle der /390-Familie. Der PC-Sektor hat nach Angaben der IBM ebenfalls besser abgeschnitten als im dritten Quartal. Allerdings wachse der gesamte Markt in diesem Bereich nur noch langsam.

Obwohl IBM im vierten Quartal nach Angaben des "Wall Street Journal" einen Einbruch im Mainframe-Umsatz in zweistelliger Höhe verbuchen mußte, verlief das Geschäft besser als im dritten Quartal, als man nach Einschätzung von Analysten 25 Prozent gegenüber den Vormonaten abgesackt war. Personalveränderungen gabe es bei der IBM Europe. IBM ernannte Renato Riverso zum neuen "Director-general" Europa. Er wird zusammen mit dem bisherigen Chef David McKinney eine Art Vorsitzenden-Team bilden und an diesen berichten. Der neue Direktor soll dabei die Tagesgeschäfte erledigen und McKinney sich mehr um repräsentative Aufgaben kümmern, hieß es von IBM. Ebenfalls zum "Director-general" und zwar für Marketing und Operations, ist Pierre Hessler ernannt worden, er berichtet an Riverso.