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04.12.1992 - 

Computerhersteller haben Ärger mit Kunden wegen der langen Wartezeiten

IBM und Compaq liefern ihre Billig-Rechner nicht rasch genug

MÜNCHEN (CW) - IBM und Compaq können die Nachfrage nach ihren Billig-PCs nicht bewältigen. Die Unternehmen luden ihre Kunden mit großem Werbeaufwand ein, auf den Zug zum Marken-PC mit niedrigem Preis zu springen. Doch als der Verkauf im Herbst so richtig anlief, stellten dieselben Firmen fest, daß die Kunden ärgerlich werden, wenn sie mehrere Wochen warten müssen, sagte William Tauscher, oberster Chef bei Computerland, New York.

Die schleppende Produktion wurde durch fehlende Komponenten, wie Festplatten oder Bildschirmen verursacht. Analysten sprechen zudem davon, daß die zwei Top-Anbieter den Absatz sehr konservativ und vorsichtig geschätzt hätten.

IBM hat nach den Informationen bei den PS/2-Modellen Lieferprobleme bei allen Systemen vom Server 295 abwärts und ist mit der Auslieferung der portablen Systeme vom Typ Thinkpad zwei Monate im Rückstand. Derweil scheint die Vertriebsabteilung auch bei den Value-Point-Rechnern die letzten Bestände aus dem Lager zu holen. Insbesondere der Versand der Modelle mit 486SX-Prozessor verzögert sich bereits, wie eine Umfrage unter Großhändlern ergab.

Dabei hatte IBM angekündigt, man wolle auf keinen Fall den Fehler von Compaq wiederholen, die seit der Vorstellung der billigen Prolinea- und Deskpro/I-Systeme Lieferschwierigkeiten hat. Eine Umfrage der amerikanischen Zeitschrift Computerworld ergab, daß zwischen der Bestellung eines PS/Value Point via Direktvertrieb und der Auslieferung zwei Monate liegen können. Selbst Großkunden erhielten die lakonische Auskunft, daß größere Stückzahlen erst in sechs Wochen erhältlich seien, sagte der Vice-President einer New Yorker Versicherungsgesellschaft.

Der Direktvertrieb hatte weitere Folgen: IBM-Händlern treibt es die Zornesröte ins Gesicht bei der Frage nach dem neuen Vermarktungskonzept des Big Blue. Computerworld gab die Stellungnahme von Matt Fitzsimmons, einem Computerland-Händler in New York, wider: "Die Value-Point-Rechner wurden ohne Preisbindung geliefert. Dann nannte IBM zuerst die gültigen Preise für den Direktvertrieb. Und der Fachhandel stellte fest, daß er bei diesen Preisen wesentlich weniger Gewinn machen würde als früher. Gekrönt wurde das Gezerre schließlich mit der Aussage der IBM, daß die Preise im Fachhandel voraussichtlich um die zehn Prozent unter jenen im Direktvertrieb liegen würden". Fitzsimmons schließt mit der Bemerkung, daß er bei diesen Preisen nach Abzug der Abgaben an die IBM Verlust machen würde.

Compaq hat es inzwischen geschafft, die Produktion so weit zu erhöhen, daß die aktuellen Auftragseingänge erledigt werden können. In der Warteschlange stehen aber noch rund 200 000 ältere Bestellungen, die nur langsam bearbeitet werden, sagten Händler aus New York.

Der Dritte im Bunde der großen US-Computerhersteller, Apple, sieht ebenfalls Lieferproblemen ins Auge. Wer heute einen Notebook der Serie Powerbook Duo bestellt, muß sich auf einen Liefertermin im ersten Quartal 1993 einrichten. Nachfragen bei Apple ergaben darüber hinaus, daß ein Kunde bis zu zwei Wochen auf das Modell Quadra 950 warten muß.