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Gemeinsame Spezifikationen sollen Interoperabilität sichern


26.09.2003 - 

IBM und Microsoft werben für Web-Services

MÜNCHEN (CW/IDG) - Gemeinsam wollen die Erzrivalen IBM und Microsoft die Entwicklung von Web-Services vorantreiben. Auf der Basis bestehender Standards wie XML oder Soap definieren die Branchenschwergewichte Spezifikationen für die Verbindung unterschiedlicher Geschäftsanwendungen.

Zum ersten Mal seit den frühen 90er Jahren präsentierten zwei Topmanager der bedeutendsten IT-Konzerne eine gemeinsame Initiative. In einem New Yorker Hotel waren Microsoft-Mitgründer Bill Gates und IBMs Softwarechef Steve Mills sichtlich bemüht, Einigkeit in Sachen Web-Services zu demonstrieren.

Auf Basis bestehender Standards wie XML oder Soap habe man weit reichende Spezifikationen für die Bereiche Sicherheit, Messaging und Transaktionsverarbeitung entwickelt, erklärte Gates, der seit seinem Rückzug von der Konzernspitze als Chief Software Architect agiert. Die Spezifikationen sollen nun den zuständigen Standardisierungsgremien vorgelegt werden und Nutzern später lizenzkostenfrei zur Verfügung stehen. In Frage kommen dafür sowohl die Organization for the Advancement of Structured Information Standards (Oasis) als auch das World Wide Web Consortium (W3C), das bereits mehrere ältere Web-Standards verabschiedet hat.

Mit .NET und J2EE verfolgen Microsoft und IBM unterschiedliche technische Konzepte. Dennoch kooperierten sie schon früh bei der Entwicklung von Standards für Web-Services. Vor etwa drei Jahren gehörten sie zu den Mitgründern der Web Services Interoperability Organization (WS-I). Das Gremium geriet seinerzeit in die Kritik kleinerer IT-Unternehmen, die darin eine Zementierung der Marktmacht weniger Konzerne sahen.

Um die Leistungsfähigkeit der neuen Technologien zu belegen, demonstrierten Gates und Mills, wie Anwendungen aus den unterschiedlichen Welten zusammenarbeiten können. Als Beispiele dienten mehrere Geschäftsvorgänge aus der Automobilindustrie, in die Zulieferer, Hersteller und Kfz-Händler eingebunden waren. Die zugrunde liegenden Anwendungen stammten sowohl von Microsoft als auch von IBM und arbeiteten zum Teil auf Linux-Servern.

Angesichts der noch zögerlichen Haltung vieler Unternehmen, Web-Services für geschäftskritische Funktionen zu nutzen, werteten Analysten die Initiative der Branchenschwergewichte überwiegend positiv. Allerdings gab es auch kritische Stimmen. Die öffentlichkeitswirksame Ankündigung enthalte nichts Neues, monierte etwa Ed Julson, Marketing-Manager für Web-Services bei Sun Microsystems. Schon seit zwei Jahren existierten Standards für Funktionen wie Reliable Messaging, Single-Sign-on oder Authentifizierung. Julson nannte in diesem Zusammenhang die Spezifikationen ebXML und die Arbeit der Liberty Alliance auf dem Gebiet des Identity-Managements. (wh)