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30.10.1998 - 

AIX soll in gemeinsamem Unix aufgehen

IBM und SCO machen Front gegen NT

Bis zum Ende des Jahres 2000 soll auf Basis von SCOs "Unix- ware 7" ein neues Unix entstehen, das die Intel-Prozessoren mit 32- und 64-Bit-Architekturen unterstützt und auch auf IBMs "Power-PC"-basierten Rechnern läuft. Bereits in der Übergangszeit wird Unixware um AIX-Schnittstellen und -Features sowie um Enterprise-Middleware erweitert. So bald als möglich sollen IBM-Anwendungen auf Unixware laufen. Insgesamt will die IBM "Hunderte Millionen Dollar" in das Projekt stecken. Für die Skalierbarkeit des Betriebssystems bis in den Bereich der Supercomputer sorgt der Partner Sequent durch den Einbau seiner cc:Numa-Technik. Signalwirkung hat die Beteiligung von Intel. Das Unternehmen bezeichnet das zu schaffende Betriebssystem als das strategische Unix für seine Plattformen.

Hier widerspricht Intel-Partner Hewlett-Packard. Der Hersteller beharrt darauf, der vorrangige Partner von Intel für 64-Bit-Techniken zu sein. Außerdem bugsiere sich die IBM in eine schwierige Situation, in der sie sich um neun Betriebssysteme werde kümmern müssen, nämlich OS/2, OS/400, VMS/ESA, OS/390, AIX, NT und die drei Versionen des neuen Betriebssystems für "IA 32", IA 64 und Power-PC.

Diese Vielfalt sorge aber auch bei den Software-Anbietern und den Kunden für Verwirrung und Migrationsprobleme. Eine Reihe von namhaften Anbietern hat allerdings schon ihre Unterstützung zugesichert.

HP argumentiert zudem, daß die IBM mit ihrer IA-64-Strategie zu spät komme. Schließlich sei das hauseigene HP-UX bereits jetzt für diesen Prozessor vorbereitet. Allerdings behauptet auch der neue IBM-Partner SCO, daß Unixware 7 schon auf der simulierten IA-64-Umgebung laufe. Man sei den meisten Unternehmen mindestens ein Jahr voraus, weil SCO vor drei Jahren als erstes Unternehmen in diese Entwicklung eingestiegen sei - damals mit HP als Partner.

Überhaupt herrscht bei SCO ungetrübte Freude, weil der IBM-Deal das Unternehmen aus einer schwierigen Situation befreit. Der PC-Unix-Spezialist wird auf der Intel-Plattform sowohl von Windows NT als auch vom Freeware-Unix Linux bedrängt. Außerdem traute man dem Unternehmen trotz seiner Anstrengungen nicht zu, in höhere Leistungbereiche jenseits des NT-Marktes vorzudringen. Aus dieser Sackgasse wird das Unternehmen nun gleich in mehrfacher Hinsicht befreit. Sequent-Techniken sorgen für Skalierbarkeit, IBM-Software für die Unternehmenstauglichkeit im großen Stil. Auch das Argument, man sollte sich als Kunde besser nicht an eine kleine Softwarefima binden, fällt mit der IBM als Rückendeckung weg.

Besonders freut Malcolm Etchells, SCOs Regionaldirektor für Zentraleuropa, daß der Deal das Vordringen von Windows NT in den Server-Markt bremse. Das geplante Betriebssystem weise einen Wachstumspfad auf, dem Microsoft für lange Zeit nicht folgen könne. So habe der Konkurrent noch keinen Zeitplan für die 64-Bit-Unterstützung.

Ungeklärt ist allerdings noch ein technisches Problem. So verarbeitet IBMs AIX Daten im sogenannten Big-Endean-Verfahren, während Unixware Little Endean verwendet. An diesem Unterschied ist technisch bereits die Partnerschaft mit HP zerbrochen.