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14.10.1988 - 

Gemeinsame Studie mit Bell Atlantic dient vor allem der Marktaufbereitung in Europa:

IBM und Siemens peilen Telecom-Dienste an

MÜNCHEN/STUTTGART (cmd) - Ein knappes Jahr nach der Ankündigung auf der Genfer Telecom haben Siemens, IBM und Bell Atlantic jetzt Ergebnisse ihrer gemeinsamen Projektstudie über "intelligente Fernmelde-Netze" vorgestellt. Fazit: Von den 30 untersuchten möglichen Diensten versprechen sechs weltweit ein besonders hohes Wachstum.

Adressanten der Studie sind zunächst Fernmeldeverwaltungen, die im Hinblick auf das künftige ISDN über neue Einnahmequellen durch neue Dienstleistungen nachdenken. In ihrer Marktanalyse haben die drei Partner - dem Siemens-Unternehmensbereich Nachrichten- und Sicherungstechnik, der IBM Deutschland und dem AT&T-Ableger Bell Atlantic - 16 europäische Länder sowie Australien unter die Lupe genommen und die Anwendungen herausgefiltert, die sich schnell und flächendeckend realisieren lassen. Dazu zählen der gebührenfreie Anruf, bei dem der angewählte Teilnehmer die Gebühr übernimmt, Anrufe, die über Kreditkarten abgerechnet werden, Notrufdienste, virtuelle private Netze für geschlossene Benutzergruppen, Bankgeschäfte, die über das Telefon mit Identifikationsnummer getätigt werden können, sowie beim Kabelfernsehen die gebührenpflichtige Programmauswahl via Telefon.

Was jetzt von der Dreier-Gruppe als "Ergebnis" der Studie präsentiert wird, stand freilich im wesentlichen auch schon vor einem Jahr bei der Bekanntgabe der gemeinsamen Absichtserklärungen fest (Siehe COMPUTERWOCHE Nr. 44 vom 30. Oktober 1987, Seite 1). Da hieß es unter anderem: "Zu den Anwendungen, die besonders ins Auge gefaßt sind, zählen unter anderem Telefonieren mit Kreditkarten, Gebührenübernahme durch den angerufenen Teilnehmer sowie, wenn auch nicht ausdrücklich erwähnt, die Einrichtung virtueller privater SNA-Netze."

Der Unterschied zwischen der Telecom-Ankündigung und der jetzigen "Ergebnis"-Vorstellung besteht vor allem darin, daß die drei Partner in Genf nicht gemeinsam auftreten wollten. Nachdem Siemens und IBM ihre gemeinsame "Studienabsicht" in puncto intelligente Netze auf ISDN-Basis bekanntgegeben hatten, verlautete parallel dazu, daß beide auch eine inhaltlich nahezu gleiche "Studie" mit der Bell Atlantic, einer der sieben Operating Companies in den USA, vereinbart hatten.

Immerhin bestätigten die drei Kooperationspartner jetzt Spekulationen des vergangenen Jahres, die "Studien" seien nur als Vorstufe zu einer weitergehenden Zusammenarbeit zu betrachten: "Die Beteiligten (kamen) überein", heißt es in einer Presseerklärung, "im Rahmen einer weiteren Studie die Einsatzmöglichkeiten Intelligenter Netze auch bei der Einführung des paneuropäischen digitalen Mobilfunknetzes D 900 zu untersuchen. Dadurch könnten Intelligente Netze über Mobilfunkeinrichtungen ebenso genutzt werden wie mit dem privaten oder dem geschäftlichen Fernsprechanschluß."

Zufall oder nicht: Nahezu zeitgleich mit der Veröffentlichung der "Studie" wurde bekannt, daß die Deutsche Bundespost und deren Pendant France Telecom die erste Auftragstranche für den Aufbau des paneuropäischen Mobilfunknetzes erteilt haben. Danach ist in der Bundesrepublik Siemens einer der beiden Lieferanten, während sich die Franzosen, bei ebenfalls zwei Auftragnehmern, unter anderem für die Gruppe Matra/Ericsson entschieden. Mit Ericsson wiederum war im September letzten Jahres IBM France eine Zusammenarbeit eingegangen - in Form einer "Studie" im Bereich intelligenter Fernmelde-Netze.