Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.12.1986 - 

Als wichtiges Instrument der internationalen Zusammenarbeit:

IBM-User-Groups gründen Koordinationsgremium

DARMSTADT (pi) - Die Telekommunikation in öffentlichen Netzen stand im Mittelpunkt der Jahrestagung der IBM-Benutzervereinigung SEAS (Share European Association), die jetzt auf der britischen Insel Jersey stattfand. Zur Diskussion standen ferner Themen wie MVS, VM, Expertensysteme, Standardisierungsanstrengungen sowie Kommunikationskonzepte der Zukunft. Aus der Taufe gehoben wurde des weiteren das International User Group Council (IUGC), in dem die weltweiten IBM-Benutzerorganisationen zusammengeschlossen sind.

Anthony Cleaver, Chief Executive von IBM Großbritannien, hob vor den rund 650 Teilnehmern besonders die wachsende Komplexität der Computerindustrie auch im internationalen Zusammenwirken hervor. Unumgänglich seien daher internationale Übereinkünfte und Standardisierungen. Er begrüßte hierzu den formellen Zusammenschluß der fünf weltweiten IBM-Nutzerorganisationen zum "International User Group Council" (IUGC).

In diesem Gremium sollen die Aktivitäten von Australian SHARE/GUIDE, G.U.I.D.E (Europe), GUIDE/International, SEAS und SHARE koordiniert werden. Das IUGC habe darüber hinaus die Aufgabe, in Gesprächen mit IBMs Senior-Management die Erfahrungen und Wünsche der weltweiten Mitgliedsinstallation zu vertreten. Es sei beabsichtigt, ähnliche Nutzergruppen von IBM-Großsystemen einzuladen, im IUGC mitzuarbeiten.

Zwei Entwicklungslinien prägen das Bild

Ausgehend vom heutigen Stand der Hard- und Softwaretechnologie projezierte Frank Sumner, Universität Manchester, ein Szenario der Workstation der neunziger Jahre. Zwei Entwicklungslinien kennzeichnen seiner Meinung nach das obere Ende der Leistungsskala heutiger Großsysteme: Gegenwärtig führend seien Vektorrechner mit einigen Pipeline-Prozessoren, die sich einen gemeinsamen großen Hauptspeicher teilen; eine wachsende Alternative bildeten Systeme, die sich aus einer großen Zahl von relativ leistungsschwachen Prozessoren zusammensetzten. Das Hauptproblem dieser Systeme liege im Zusammenschalten der einzelnen Prozessoren wobei ein schneller Austausch der Daten zwischen den einzelnen Knoten des Systems essentiell sei. Beide Systeme erforderten einen großen Arbeitsaufwand beim Anwender, der die Algorithmen seiner Problemlösungen der Architektur der jeweiligen Systeme anpassen müsse. Leicht könne hierbei ein Faktor zehn an Leistung verloren gehen oder gewonnen werden. Deshalb bestehe eine der Hauptaufgaben des Systemprogrammierers von morgen darin, Sprachen und Betriebssysteme zu entwickeln, die den Anwender in die Lage versetzten, mit minimalem persönlichen Aufwand die vorhandenen Systeme optimal zu nutzen. Der Wissenschaftler von morgen werde leistungsfähige Workstations benutzen, die über Local und Wide Area Networks und "Open System Interface" den Zugriff auf Multi-Gigaflop-Systeme gestatten, die auf bestimmte Problemstellungen zugeschnitten sind. Ebenso würden leicht verwendbare Datenbanken mit großer Kapazität, die über die ganze Welt verteilt sein werden, ein wichtiges Werkzeug für die Arbeit des Wissenschaftlers von morgen darstellen.

Über die Verfügbarkeit schneller Netzwerke und deren Auswirkung auf Struktur und Arbeitsweise des Managements zukunftsorientierter Organisation referierte F. Lorin, Mitarbeiter am IBM Research Institute in Thornwood und Professor an der Hofstra Universität, USA. Er wies besonders auf die Integration von Wissens- und Datenbanken als natürliche Hilfsmittel der Spitzentechnologie hin. Neue Datenmodelle könnten den semantischen Gehalt der Datenbanken verbessern und den Zugang durch Änderung der Abfragemechanismen erleichtern.

Schon heute verfügbare Präsentations- und Ausbildungsmethoden stellte Philip Smith von IBM Boulder in den USA vor. Im Zusammenwirken von Bildplatte und Personal Computer würden die Möglichkeiten der Videosysteme mit konventioneller Grafik kombiniert und bildeten ebenso hervorragende Arbeitsmittel für programmierten Unterricht. Zwar seien die Kosten der Produktion solchen Trainingsmaterials zunächst sehr hoch, jedoch könnten diese durch sehr preiswerte Vervielfältigung in einem breiten Markt kompensiert werden. Smith beschäftigt sich zur Zeit damit, die Konzepte der Programmiersprache APL Anwendern nahezubringen, die mit den derzeitigen Lehrmethoden unzufrieden sind. Eine Einführung in APL 2 mit den dort gegebenen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz soll folgen

In mehreren Sessions wurde dem Themenkreis "Sicherheit von Systemen und Netzwerken" besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Vorgehensweise und Absicht der "Hacker" sowie die daraus zu ziehenden Folgerungen für die Netzwerksicherheit standen im Vordergrund des Interesses. Auch der Themenkreis "Gebäudesicherheit" wurde diskutiert. Aufbauend auf den Erfahrungen bei der Planung des Datenzentrums von IBM Warwick, Großbritannien, erläuterte Brian Morgan, wie versucht werden könne, durch geeignete Anordnung der Geräte die Tätigkeit der Operateure auf räumlich kleinere. Gebiete zu konzentrieren.

Personelle Veränderungen wurden bekanntgegeben

Darüber hinaus fanden während der SEAS-Tagung planmäßig die Wahlen zum Executive Board für die Jahre 1987 bis 1988 statt. Für das Amt des Präsidenten wurde der Norweger Sverre Jarp gewählt, der den zur Zeit noch amtierenden Präsidenten Dr. Burkhard Mertens, Zentralinstitut für Angewandte Mathematik der Kernforschungsanlage Jülich, ablösen wird. Sverre Jarp ist zur Zeit im europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf für den IBM-Software-Support verantwortlich.

Neues Mitglied im Executive Board ist Dr. Peter Sandler, Direktor des Rechenzentrums der Universität Heidelberg. Es ist zu erwarten, daß Jeff Silcock, Direktor des Computer Centre des Scottish College of Textiles, nach seiner Wahl ins Executive-Board die Aufgaben des Chairman des Advisory Council übernehmen wird. Ebenfalls aus Großbritannien wurde Iain Stinson als Mitglied des Executive-Board wiedergewählt. Stinson ist Deputy Direktor des Computer Laboratoriums der Universität von Liverpool. Neu besetzt würde auch die Position des SEAS Regional Correspondent. Dr. Stefan Glückert, Leiter des Rechenzentrums bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt, tritt die Nachfolge von Michael Hebgen an.

Der Tagungsband kann beim SEAS-Headquarter, Universität Nijmegen, Toernooiveld, Niederlande, angefordert werden.