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25.04.2006

IBM verkauft Oracles ERP

Beide Konzerne kooperieren bei i5-basierender Business-Software. Die "Fusion Middleware" soll DB2 unterstützen.

Etwa 4000 der insgesamt 6500 Nutzer der ERP-Lösungen von J.D. Edwards (JDE) arbeiten noch auf der RPG-basierenden Software "World" unter IBMs i5-Systemen. Die restlichen 2500 Kunden verwenden das modernere "Enterprise One", wobei mehr als die Hälfte davon dieses Java-gestützte Programm ebenfalls auf i5-Rechnern betreibt. Diese Konstellation zwingt Oracle, mit IBM zusammenzuarbeiten, um die Klientel bei der Stange zu halten. Andererseits hat Big Blue großes Interesse an einer funktionierenden Beziehung zum Datenbankriesen, da die J.D.-Edwards-Produkte das Geschäft mit i5-Systemen beleben.

IBM soll Oracle-Software anbieten

Oracle will IBM weiter als indirekten Vertriebskanal für JDE-Produkte nutzen, nachdem zuvor die Geschäftsbeziehung eingeschlafen war. "Oracle betrachtet JDE-Löungen auf System i5 als wichtigste ERP-Software für den Mittelstand im Wettbewerb mit SAP", behauptet sogar Mads Toubro. Er verantwortet bei IBM den Vertrieb von Oracle-Produkten auf System i5.

Dabei läuft das J.D.-Edwards-Geschäft schon länger schlecht. "IBM-Reseller hatten schon nach dem Kauf von JDE durch Peoplesoft kein Interesse mehr, die ERP-Lösungen zu vertreiben", so Christian von Stengel, Senior Director Application Sales Deutschland und Mitglied der Geschäftsleitung von Oracle, gegenüber der computerwoche. Peoplesoft hatte sich im Jahr 2003 den kleineren Konkurrenten einverleibt, wenig später eröffnete Oracle den Übernahmekampf um Peoplesoft. Derzeit, so von Stengel, gibt es in Deutschland etwa 30 JDE-Partner.

Websphere-Support erneuert

Erneuert haben beide Firmen auch ihre Vereinbarung, wonach Oracle-Anwendungen IBMs Websphere-Plattform unterstützen. Der Datenbankhersteller hatte bereits vor einiger Zeit verkündet, die mit der "Fusion Middleware" konkurrierende Plattform Websphere als Infrastruktur für die ehemaligen Peoplesoft- und JDE-Lösungen zu dulden. Fusion ist die Plattform, auf der künftig alle ERP-Systeme von Oracle laufen sollen. Der Name steht gleichzeitig für eine neue Generation von Software ("Fusion Applications"), die sich dieser Architektur bedient.

IBM ist froh um jeden ERP-Anbieter, der Websphere als Applikationsbasis nutzt. Alle Anbieter von RPG-basierender Software haben eine "natürliche" Nähe zur Websphere-Plattform, so auch Infor und SSA Global. Mit J.D. Edwards und Peoplesoft besitzt Oracle zwei Softwarehäuser, die ihre Produkte vor der Übernahme an Websphere angepasst hatten.

Daher dürfte es IBM freuen, dass Oracle den J.D.-Edwards-Kunden, die i5-Systeme nutzen, entgegen kommt:Auch die i5-gestützten ERP-Produkte (World und Enterprise One) sollen unbegrenzt gepflegt werden. Bislang war das Wartungsversprechen auf das Jahr 2013 befristet. Für alle anderen zugekauften Business-Lösungen hatte sich Oracle schon zuvor für den unbefristeten Support entschlossen.

Noch bleibt im Dunkeln, welchen Niederschlag die i5-Plattform in Oracles Fusion-Entwicklung findet. Fraglich ist, ob das Betriebssystem i5/OS, DB2/400 sowie die ERP-Software World nativ auf der Fusion Middleware betrieben werden können.

Unterstützung von IBMs DB2

Gerade die Datenbankstrategie ist ein heikles Thema für Oracle. Der Vertriebspartner IBM ist gleichzeitig Oracles Hauptkonkurrent im Datenbankgeschäft. Nutzern der gekauften ERP-Systeme hatte der Konzern zugesagt, auch solche Installationen zu pflegen, die DB2 verwenden. Unklar war aber, ob auch die Fusion-Architektur das konkurrierende Datenbanksystem unterstützt. Wie nun aus gut informierten Kreisen verlautete, hat sich Oracle zur Unterstützung von DB2 innerhalb von Fusion durchgerungen. Wenn Anwender bestehender ERP-Umgebungen die Fusion Middleware einsetzen wollen, können sie somit ihre Datenbank behalten. (fn)