Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.11.1983 - 

Hitachi zahlt monatliche Lizenzgebühren von 2,1 Millionen Dollar an Big Blue und Gerichtskosten:

IBM verlangt Schadenersatz von NatSemi

SAN FRANCISCO (cw/vwd) - Schadenersatzforderungen in Höhe von mindestens 750 Millionen Dollar, möglicherweise aber auch 2,5 Milliarden will IBM an die National Semiconductor Corp. und an deren Tochtergesellschaft National Advanced Systems Inc. (NAS) stellen. Die beiden Unternehmen sollen der japanischen Hitachi Ltd. geholfen haben, sich widerrechtlich Betriebsgeheimnisse von Big Blue anzueignen. NatSemi sieht in diesen monumentalen Schadenssummen einen Versuch von IBM, kleinere Mitbewerber unter Druck zu setzen. National Semiconductor hat einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Dollar, EBM rund 40 Milliarden.

NatSemi und NAS, so IBM-Anwalt Thomas Barr, hätten für Hitachi als "Unterhändler" bei der unerlaubten Beschaffung von IBM-Technologie-Unterlagen fungiert. Der IBM entstandene Schaden habe wertmäßig die Entwicklungs- und Forschungsergebnisse eines ganzen Jahres obsolet gemacht. Vor dem zuständigen Distriktsgericht in San Francisco kündigte Barr an, daß IBM als Entschädigung für den Verlust wichtiger Unternehmensdaten möglicherweise Schadenersatz bis zu 2,5 Milliarden Dollar fordern werde.

Dieser Absichtserklärung trat Rechtsanwalt Fred Furth, der NatSemi und NAS vertritt, mit einer scharfen Erwiderung entgegen. Er beschuldigte Barr, "den Gerichtssaal für eine Pressekonferenz zu mißbrauchen" und "sich auf Nebensächlichkeiten zu versteifen". Furth verwahrte sich dagegen, seine Klienten mit gestohlener IBM-Technologie in Zusammenhang zu bringen. Er betonte, auch in der Vergangenheit habe sich keiner der Beschuldigten in dieser Weise strafbar gemacht.

Damit gelangten erstmals Einzelheiten über die IBM-Schadenersatzforderungen gegenüber National Semiconductor und NAS an die Öffentlichkeit. IBM hatte sich im September 1982 entschlossen, gerichtlich gegen die Konkurrenz aus Fernost vorzugehen. Damals waren Bestrebungen einiger japanischer Unternehmen aufgedeckt worden, sich sorgfältig gehüteter Betriebsgeheimnisse von "Big Blue" zu bemächtigen.

Für die Hitachi Ltd. endete die kontroverse letzten Monat mit einem außergerichtlichen Vergleich. Demnach soll IBM in den nächsten fünf Jahren alle neuen Systeme des japanischen Konkurrenten vor der Markteinführung inspizieren dürfen und darüber hinaus 300 Millionen Dollar Nutzungsentschädigung bekommen haben.

Hitachi hat sich ferner nach eigenen Angaben für die Nutzung von IBM-Software zur Zahlung von Lizenzgebühren in Höhe von monatlich 2,1 Millionen Dollar (500 Millionen Yen) an den US-Konzern verpflichtet. Die Vereinbarung folgt auf die Entscheidung von IBM, die Klage gegen Hitachi wegen Industriespionage zurückzuziehen. Wie jetzt in Tokio außerdem bekannt wurde, hat Hitachi IBM über vier Millionen Dollar (über eine Milliarde Yen) an Gerichtskosten zurückerstattet. Hitachi hofft, die Höhe der Lizenzgebühren für IBM von zwei bis drei Jahren durch Weiterentwicklung der eigenen Computersoftware erheblich reduzieren zu können.