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26.02.1999 - 

Rechnersysteme werden angepaßt

IBM veröffentlicht Strategie für Linux

MÜNCHEN (CW) - Die Linux-Strategie der IBM gewinnt Konturen. Nach ersten Anpassungen hauseigener Software wie der "DB2"-Datenbank soll das Open-Source-Betriebssystem nun auch auf einer Reihe von Rechnerplattformen erhältlich sein.

IBM plant, seine Intel-basierten "Netfinity"-Server, "PC-300"-Desktops, die Workstations "Intellistation" sowie die Notebook-Familie "Thinkpad" mit der Linux-Distribution des US-amerikanischen Herstellers Red Hat Software anzubieten. Parallel zur Ankündigung schlossen beide Unternehmen ein Entwicklungsabkommen, das eine optimale Anpassung der Hardware an das Open-Source-Betriebssystem sowie die weitere Produktstrategie zum Ziel hat. Der Vertrieb und die Installation der Linux-Rechner verbleibt bei den Distributoren und Partnern, einen zusätzlichen 90-Tage-Kundensupport und Services will Big Blue aber selbst anbieten.

Allerdings setzt das Unternehmen künftig nicht nur auf Red Hat, sondern möchte auch Lizenzabkommen mit den Linux-Distributoren Pacific Hightech Inc., Caldera Systems Inc. und Suse abschließen, um eine breite Basis zu schaffen. Außerdem will Big Blue hauseigene Middleware für das Betriebssystem anpassen und selber Hand am Quellcode anlegen: Für die Low-end-Versionen seiner RS/6000-Rechner soll eine eigene Linux-Version, die auf Red Hats Power-PC-Variante "Linux PPC" basiert, entwickelt werden.

In ersten Reaktionen auf die Ankündigungen zeigten sich Marktforscher uneins über den Nutzen, gleichzeitig mehrere Linux-Distributionen anzubieten. Während einige Experten begrüßten, daß Kunden so die Wahlmöglichkeit belassen bleibe, befürchteten andere, daß sich IBM mit dem Support vieler Linux-Versionen verzetteln werde. Intel hingegen habe dies von Anfang an durch die Ausrichtung auf eine Distribution vermieden. Ferner glauben einige Marktbeobachter, daß sich der Hersteller mit Linux Konkurrenz zum eigenen Unix-Derivat "AIX" ins Haus hole. IBM-Mitarbeiter halten jedoch mögliche Einbußen beim Verkauf von AIX für verkraftbar, da dies durch Linux kompensiert werde. Aus unternehmensnahen Kreisen hieß es zudem, daß man die Linux-basierten RS/6000-Rechner in erster Linie an Internet-Service-Provider und Universitäten verkaufen wolle, wo man bisher eine geringere Marktdurchdringung habe, aber eine große Nachfrage für Linux-Rechner bestehe. Weitere Details will Big Blue kommende Woche auf der Messe "Linuxworld" im kalifornischen San Jose bekanntgeben.