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04.08.2000 - 

Neues Preismodell unterstützt freie Software

IBM verstärkt Engagement für Linux auf dem Mainframe

MÜNCHEN (wh) - Mit einer Reihe neuer Hard- und Softwarefunktionen will IBM den Einsatz des Open-Source-Betriebssystems Linux auf S/390-Großrechnern attraktiver machen. Damit verbunden ist ein Preisschema, das sich nicht mehr an dem kapazitätsgebundenen Modell klassischer OS/390-Anwendungen orientiert.

Mit der "S/390 Integrated Facility for Linux" bietet IBM eine hardwaremäßige Abschottung von Prozessoren für den ausschließlichen Betrieb von Linux-Applikationen. Diese Option ist für Mainframes der G5- und G6-Serie erhältlich. Kunden können das Angebot über einen Freischalt-Code nutzen, den der Hersteller für noch nicht aktivierte CPUs in einem S/390-Rechner bereitstellt.

Der Vorteil dabei: Die Preisgestaltung richtet sich nicht nach der gesamten installierten Rechenkapazität (in MIPS), wie dies bei OS/390-Anwendungen üblich ist. Software, die innerhalb von Linux-Partitionen läuft, will IBM nach den im Unix-Markt üblichen Verfahren abrechnen. Dadurch soll ein einheitlicheres Preissystem entstehen.

Durch die zusätzlich für Linux in Anspruch genommene Rechenkapazität erhöhen sich insbesondere die Lizenzgebühren für die übrigen installierten OS/390-Anwendungen nicht. IBM hat mit einigen großen OS/390-Softwareanbietern entsprechende Vereinbarungen getroffen, darunter BMC, Candle und Computer Associates. In der Vergangenheit mussten Mainframe-Kunden generell höhere Gebühren für OS/390-Applikationen entrichten, wenn die gesamte Rechenkapazität stieg. Dies galt unabhängig davon, ob die Programme nur einen Teil des Systems nutzten. Anwendervertreter wie die IBMBenutzerorganisation Guide Share Europe (GSE) hatten diese Regelung wiederholt kritisiert.

IBM will zudem seine wichtigsten Middleware-Produkte, darunter "DB2 Connect Version 7" und der Application-Server "Websphere", bis Ende des Jahres für das S/390-Linux verfügbar machen. Dies gelte auch für einige System-Management-Programme aus der Tivoli-Sparte.

Eine weitere Neuerung ist die "S/390 Virtual Image Facility" (VIF). Damit können Administratoren mehrere hundert Linux-Images auf einem Großrechner einrichten. VIF arbeitet entweder innerhalb einer logischen Partition oder im nativen S/390-Modus. Dazu sei kein VM-System wie in der Vergangenheit nötig, argumentiert IBM. Das bedeutet, Anwender brauchen kein Know-how für die relativ komplexe Konfiguration von VM vorzuhalten. Kunden, die mehrere verschiedene Betriebssysteme, etwa OS/390, VSE/ESA und Linux, nebeneinander auf einer Maschine nutzen, sollten hingegen Linux und VIF unter VM/ESA betreiben.

Theoretisch ist es mittels VIF möglich, ausschließlich Linux-Instanzen ohne das OS/390-Betriebssystem auf einem Mainframe zu fahren. IBM stellt sich etwa ASPs oder ISPs als potenzielle Anwender vor. Diese würden ihren Kunden in jeweils separaten Partitionen maßgeschneiderte Linux-Anwendungen zur Verfügung stellen. Letzten Endes, so die stille Hoffnung des Konzerns, könnte so ein neues Marktsegment für die Big Irons entstehen.

S/390 Integrated Facility for Linux und VIF sollen ab 29. September 2000 verfügbar sein.