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28.09.1990 - 

Inszenierte Harmonie stößt auf Argwohn

IBM versus Microsoft: Einige offene Fragen

MÜNCHEN (CW) - IBM lizenziert Windows, im Gegenzug vermerktet Microsoft OS/2 Lite - die Fronten zwischen Big Blue und dem Marktführer für PC-Software scheinen geklärt, zumindest oberflächlich. Tatsächlich sind sich Marktbeobachter darüber einig, daß sich die beiden nur formal geeinigt haben.

Nach außen hin scheinen die Rollen verteilt: IBM hat die alleinige Verantwortung für die Entwicklung von OS/2 übernommen - sowohl für die 16-Bit- als auch für die 32-Bit-Version. Darüber hinaus lizenzieren die Armonker die überaus erfolgreiche Windows-Version 3.0 von Microsoft.

Der Betriebssystem-Hersteller seinerseits konzentriert sich voll auf die Entwicklung und Vermarktung von MS-DOS und Windows. Ein Zugeständnis an IBM ist der Vertrieb der abgespeckten OS/2-Version OS/2 Lite. Harmonie also, obwohl Windows 3.0 in Kombination mit MS-DOS dem Betriebssystem OS/2 den Rang abzulaufen scheint?

Viele Marktbeobachter mißtrauen der gemeinsam inszenierten Stellungnahme beider Unternehmen - das zumindest zeigt eine Befragung der CW-Schwesterpublikation Computerworld. Bezweifelt wird unter anderem, daß IBM den Verkauf von Windows 3.0 wirklich mit Engagement betreiben wird. Bisher ist nämlich keineswegs geklärt, ob IBM Windows 3.0 zu einem festen Bestandteil des SAA-Konzeptes machen wird. Ebenso offen ist, ob es einen Migrationspfad von Windows zum OS/2-Presentation-Manager geben wird. Beide Fragen sind von den Marktführern bisher nicht beantwortet worden.

Auch die Positionierung der von IBM entwickelten Lite-Version von OS/2 wirft Fragen auf. Anwender schließen nicht aus, daß IBM und Microsoft mit den Produkten OS/2 Lite auf der einen und mit Windows 3.0 auf der anderen Seite in direkten Wettbewerb zueinander treten werden.

Wenig Klarheit besteht auch über die Pläne, die Big Blue mit seinem Standard-PC-Betriebssystem OS/2 verfolgt. Wie eng das Multitasking-fähige System, dessen erste Beta-Versionen im Dezember herauskommen sollen, an IBMs proprietäre Rechnerwelt gebunden sein wird, bedarf einer Klärung.

Viele Anwender fragen sich zudem, ob die von Microsoft im vergangenen Herbst angekündigten erweiterten Windows-Funktionalitäten nicht möglicherweise sämtliche Erwartungen übertreffen. Das würde einen weiteren schweren Schlag gegen das von IBM unterstützte OS/2-Konzept bedeuten.