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26.07.2002 - 

Konjunkturkrise schlägt auf die Ergebnisse durch

IBM verzeichnet Gewinneinbruch

MÜNCHEN (CW) - Nicht ganz überraschend meldete IBM für das zweite Geschäftsquartal einen Gewinneinbruch um 97 Prozent auf 56 Millionen Dollar und gesunkene Umsätze. Analysten der Wallstreet zeigten sich weitgehend unbeeindruckt. Sie hatten Schlimmeres befürchtet.

Spätestens im April 2002 dürfte auch dem letzten Finanzanalysten klar geworden sein, dass IBM nicht immun gegen die anhaltende Branchenkrise ist. Erstmals seit 1991 musste der weltgrößte IT-Konzern wieder eine Gewinnwarnung abgeben. Mittlerweile hat die Konjunkturschwäche voll auf das Zahlenwerk der Armonker durchgeschlagen; vorbei sind die Zeiten, in denen der Vollsortimenter Verluste in einem schwachen Segment in anderen Märkten ausgleichen konnte.

Sonderbelastungen

Im zweiten Geschäftsquartal brach der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr von 2,04 Milliarden Dollar auf 56 Millionen Dollar ein (0,03 Dollar je Aktie). Ursächlich für den Rückgang sind laut Hersteller neben der konjunkturellen Entwicklung vor allem Sonderaufwendungen in Höhe von insgesamt 2,5 bis drei Milliarden Dollar vor Steuern für Stellenstreichungen, Restrukturierungen und den Verkauf der Festplattensparte an Hitachi. Diese Aufwendungen sind im Quartalsergebnis noch nicht vollständig enthalten, werden sich also im Jahresverlauf weiter negativ auswirken.

Laut IBM belasten die aktuell verbuchten Sonderaufwendungen das Ergebnis pro Aktie mit 0,81 Dollar. Ohne die Sonderposten weist IBM dementsprechend einen Gewinn pro Aktie von 0,84 Dollar aus, mehr als von Wallstreet-Analysten prognostiziert worden war. Im zweiten Quartal des Vorjahres lag der Gewinn noch bei 1,15 Dollar je Anteilschein.

Der Umsatz ging um rund sieben Prozent auf 19,56 Milliarden Dollar zurück. Einmal mehr gehörte die Hardwaresparte zu den Sorgenkindern, wo der Halbleiterbereich mit 32 Prozent den größten Rückgang aufweist. Die Einnahmen der Server Group, die auch Speichersysteme beinhalten, brachen um 17 Prozent ein.

Insbesondere die Unix-Server(P-Series) und die ehemaligen AS/400-Systeme (P-Series) schnitten mit minus 27 Prozent beziehungsweise minus 26 Prozent schlecht ab. Trotz einer Steigerung der Mips-Auslieferungen sanken auch die Mainframe-Umsätze um 19 Prozent. Zuwächse erzielte IBM hingegen beim Verkauf der auf Intel-CPUs basierenden X-Series-Server. Im schwierigen PC-Geschäft fällt der Umsatzrückgang mit minus acht Prozent noch glimfplich aus.

Deutlich an Glanz verloren hat IBMs einstige Vorzeigesparte Global Services (IGS). Ähnlich wie die Konkurrenten bekommt der IT-Dienstleister die Krise mit Verzögerung zu spüren und verzeichnet einen leichten Umsatzrückgang um rund ein Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar. Zu den wenigen Lichtblicken in der Quartalsbilanz gehört die Softwaregruppe, die die Einnahmen um mehr als sieben Prozent steigerte. IBM führt insbesondere Verkäufe seiner diversen Middleware-Produkte wie Websphere oder das DB2-Geschäft als Wachstumsträger an.

Für das zweite Halbjahr gab Finanzchef John Joyce einen verhalten optimistischen Ausblick. Er rechne mit einem "moderaten Wachstum" im Dienstleistungsgeschäft und einem Gewinn pro Aktie von vier Dollar für das Geschäftsjahr 2002. Im vergangenen Jahr lag das Plus bei 4,59 Dollar je Anteil. (wh)