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24.08.2001 - 

Big Blue stellt Server mit Intel-CPUs vor

IBM wäre mit Linux als AIX-Nachfolger glücklich

MÜNCHEN (CW) - Seine Entwicklerkonferenz Solutions nutzte IBM für eine Reihe von Ankündigungen. Falls Linux noch an Robustheit gewinne, dürfe es AIX beerben, verkündete ein hochrangiger Manager. Außerdem kündigte Big Blue neue Server mit 32- sowie 64-Bit-Intel-CPUs an.

Pünktlich zum zwanzigsten Jahrestag des PC wollte IBM seine Entwicklerkonferenz Solutions in San Francisco nutzen, Bedeutendes zu verkünden. "Wir wären glücklich, würde Linux nicht nur der Nachfolger von AIX, sondern auch anderer Unix-Derivate", gab Steve Mills, Senior-Vice-President der IBM Software Group, zum Besten. Allerdings müsse das Betriebssystem in Sachen Robustheit noch zulegen, machte der Manager zur Bedingung. Der Hersteller selbst plant, Linux in Richtung Druckerunterstützung, Dokumentation, Dateisystem und Internationalisierung zu erweitern. IBM rechnet nicht mit nennenswerten Einnahmen mit dem Betriebssystem selbst. Vielmehr möchte Big Blue am Verkauf von Middleware sowie Services rund um die Plattform verdienen. "Keiner macht Geld mit Unix", bringt es Mills auf den Punkt. Welche Zukunftsaussichten AIX hat, darüber ließ er sich indes nicht aus.

Bereits jetzt begräbt IBM die Portalsoftware "Lotus K-Station". Das Produkt wird in den "Websphere Portal Server" integriert. Mit diesem Schritt setzt IBM seine Strategie fort, Lotus-Software mit der Websphere-Plattform zu vereinen. Allerdings schmälert dies die Bedeutung der Tochterfirma, die bisher mit K-Station ein eigenes Knowledge-Management-Portal anbieten konnte. Lotus solle die Kernkompetenz beim Wissens-Management behalten, beschwichtigt IBM. Außerdem stellte der Anbieter 20 neue Partner seines Portalprogramms vor, darunter die auf Business Intelligence spezialisierte Crystal Decisions sowie die Lieferanten von Portalsoftware Verity und Autonomy.

Eine Zusammenarbeit hat IBM auch mit SAS Institute vereinbart. Gemeinsam wollen die Firmen Analysesoftware für CRM-Anwendungen bauen, die für Finanzinstitute und Telekommunikationsfirmen ausgelegt sind.

Das Verhalten ihrer Kunden können demnächst auch die Anwender der "Websphere Commerce Suite 5.1" analysieren. IBM hat auf der Entwicklerkonferenz eineBusiness-Intelligence-Software namens "Websphere Commerce Analyzer" vorgestellt, die laut Hersteller auf DB2-Datenbanken sowie deren Data-Mining-Funktionen abgestimmt ist.

Angesichts der Entwicklungspläne der Konkurrenten HP, Compaq und Dell will nun auch IBM eine neue Server-Reihe auf Basis von Intel-CPUs auflegen. Hierzu kombiniert der Hersteller künftige "Xeon-" und "Itanium"-Prozessoren mit dem eigenen "Summit"-Chipsatz. Jeder Summit-Halbleiter kann laut Hersteller mit bis zu vier Xeon-MP-Schaltkreisen zusammengeschaltet werden, wobei sich die Prozessoren Speicher und I/O-Ressourcen teilen. IBM stattet seine "X-Server" mit der Kombination aus IBMs Chipsätzen und Intels CPUs aus. Kunden sollen künftig beispielsweise mit einer Vier-Prozessor-Maschine einsteigen und bei Bedarf auf vier, acht oder zwölf CPUs erweitern können.

Abb: Server-Markt

Quelle: Gartner