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14.12.1984 - 

Kundenbefragung ergab Verschiebung der DV-Investitionen:

IBM weckt Mikro-Lust mit Mainframe-Komfort

TARPON SPRINGS (CW) - Um rund 45 Prozent wird der Mips-Bedarf der US-Anwender im Jahr 1985 wachsen, ermittelte die IBM Corp. in einer Kundenbefragung. Der Marktführer war von einer Wachstumsrate von 35 Prozent ausgegangen. Seit Beginn dieser Befragungen im Jahr 1979 hatte Big Blue nach eigenen Angaben mit seinen Schätzungen jedoch immer zu niedrig gelegen.

Grafik und Bildverarbeitung sowie der technisch-wissenschaftliche Sektor seien dabei die am stärksten wachsenden Anwendungsbereiche, bestätigt David Culhane, IBM-Manager für Groß-Systeme. Um 1990 würden rund 70 Prozent der "Weiße-Kragen-Tätigkeiten" vom Computer abhängen. DV-bezogene Investitionen werden dann etwa 13 Prozent des Bruttosozialprodukts der Vereinigten Staaten ausmachen.

Die meisten DV-Investitionen wurden bisher laut Culhane in Mainframes getätigt. Noch 1980 betrug dieser Anteil 60 Prozent der Gesamtausgaben; im Jahr 1985 sollen es noch 35 Prozent sein. Dagegen sollen die Aufwendungen für Mikro- und Minicomputer rasant ansteigen: 1985 werde der Anteil der Mikros am DV-Budget 20 Prozent (1980: sechs Prozent), der der Minis 21 Prozent (17) betragen.

Änderungen im System-Design werden Culhane zufolge in erster Linie die Ausbaubarkeit sowie den Service betreffen, der deutlich vereinfacht werden soll. "Vielleicht benötigt man bald keine Wartungstechniker mehr", orakelt Culhane, "sondern irgendjemand kann den Austausch defekter Module vornehmen, ohne einen elektrischen Schlag zu bekommen."

Ein anderes Problem im Design ist die Hitze-Entwicklung. Die Wärme kann Zykluszeiten unter 27 Nanosekunden beeinflussen. Hier habe der TCM (Thermal Conduction Module) zu einer wirtschaftlichen CPU-Entwicklung beigetragen, meint Culhane. Mit den TCMs ließe sich bis zu 1400 Watt Leistung abführen. Derzeit bringe es ein TCM mit rund 133 Chips auf etwa 300 Watt.

Im Bereich der Chip-Technik entwickelten die IBM-Forscher jetzt ein Modell mit 10 000 bipolaren Schaltkreisen. Würde dieser Chip in einem Mikrocomputer verwendet, so CuIhane, könnte die Leistung auf rund 2,5 Millionen Instruktionen pro Sekunde (Mips) gebracht werden. Da es zur Zeit nicht sinnvoll sei, Mikros mit derartigen Leistungen zu bauen, könnte die potentielle Leistung für Protokollumwandlungen benutzt werden.

Bezüglich der Marketingstrategie der IBM befinde sich der Anwender Culhane zufolge in einer "Mausefalle". Durch eine geschickte Preispolitik bringe das Unternehmen seine Kunden auf den Weg "nach oben". Es sei für die Verkäufer eben leichter, den Anwendern größere Rechner schmackhaft zu machen, als ihnen zusätzliche Modelle zu verkaufen.

Bei den Betriebssystemen ist laut Culhane die Richtung klar: IBM setzt bis etwa 1989 auf MVS/XA, VM und DOS/VSE.