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20.07.2001 - 

Angebot gilt vorerst nur in den USA

IBM will Compaq Kunden abspenstig machen

MÜNCHEN (jm) - IBM hat mit dem Software-Migrationsspezialisten Sector 7 USA Inc. eine Kooperation beschlossen. Ziel ist es, Compaq-Kunden, die auf Alpha-Prozessoren zugeschnittene Open-VMS- oder Tru-64-Unix-Applikationen einsetzen, auf IBM-Systeme zu locken. Auch Hewlett-Packard (HP) bereitet eine Offensive auf Compaq-Kunden vor.

Compaq hatte vor drei Wochen angekündigt, die Alpha-Technologie bis spätestens Anfang 2004 einzustellen und nach der kommenden "EV7"-Chipgeneration alle Maschinen mit Alpha-Prozessoren auslaufen zu lassen. Stattdessen wird Compaq in sämtlichen künftigen Rechnern Intel-CPUs einsetzen. Die hierdurch verunsicherten Compaq-Anwender will IBM nun für sich gewinnen.

Auch Hewlett-Packard schielt auf Compaq-KundenBig Blue hat solche Migrationsangebote auch in der Vergangenheit immer wieder platziert. Auch in Deutschland wird es ähnliche Aktionen zur Migration von Compaq-Alpha-Anwendern auf die IBM-Plattform geben, sagte der für die S/390-Systeme zuständige IBM-Manager Hans-Jürgen Rehm.

Hewlett-Packard hat nach den Worten von Eberhard Meier, dem Marketing-Leiter Server-Systeme, zwar noch kein Migrationskonzept für Compaq-Kunden ausgearbeitet. "Sie können aber damit rechnen, dass wir ein entsprechendes Angebot in petto haben werden." Viel Zeit, dieses auszuarbeiten, könne man sich nicht lassen. Nach der Sommerpause, also in spätestens zwei Monaten, werde HP mit einem eigenen Portierungsangebot an die Compaq-Klientel herantreten, denn "die Kunden unseres Wettbewerbers sind für uns sehr interessant". Ein Sprecher von Sun sagte, man könne mit eigenen Tools den Übergang von der Alpha- auf die Sparc-Architektur anbieten.

Modalitäten der Portierung gelten weltweitSector 7 hat sich auf Softwarewerkzeuge spezialisiert, mittels derer in DEC-Basic, C, Cobol, Fortran oder Pascal geschriebene VMS-, Open-VMS- und Tru-64-Unix-Anwendungen auf Windows-NT- oder Unix-Umgebungen portiert werden können.

Compaq-Kunden von Sector 7 können ein so genanntes Migration Assessment Program durchlaufen, wenn sie nach einer Vorsichtung als ernsthafte Migrationswillige ausgemacht wurden. Anwender können prüfen lassen, welchen Aufwand die Portierung bestimmter (Open-)VMS-Applikationen auf IBMs Unix-Derivat AIX bedeuten würde. Diese Prüfung ist kostenlos. Allerdings müssen Interessierte vor dem Test dabei nicht näher spezifizierte Verpflichtungen eingehen, von der IBM "Pseries"-Server zu kaufen, sagte Sector-7-CEO Jon Power. IBM-Mann Rehm sagte, Migrationswillige würden trotzdem nicht auf eine Kaufverpflichtung festgelegt.

Bei Sector 7 heißt es, die Bewertung der Migrationsaufwendungen sei - zumindest bei komplexen Applikationen - für Anwender allein deshalb interessant, weil sie einen unentgeltlichen Test vornehmen lassen könnten, der sonst bis zu 100000 Dollar kosten würde. Da Preise für eine Migration unabhängig von der gewünschten neuen Zielhardware etwa gleich sind, scheint das Angebot von IBM/Sector 7 auf jeden Fall bedenkenswert - allerdings abhängig davon, in welchem Maße sich Interessierte vor dem Assessment zum Kauf von IBM-Gerätschaft verpflichten müssen. Genau wegen dieser Unwägbarkeiten dürften aber viele Open-VMS- und Tru-64-Unix-Anwender eher auf die nächste und letzte Alpha-Prozessor-Generation EV7 warten. Compaq hatte versprochen, die Portierung der hauseigenen Betriebssysteme Open VMS, Tru-64-Unix und Nonstop Kernel auf die Itanium-Plattform nach Kräften zu unterstützen.