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09.11.2001 - 

Übernahme des EAI-Spezialisten soll eigene Java-Plattform komplettieren

IBM will Crossworlds kaufen

MÜNCHEN (CW) - Für 129 Millionen Dollar in bar will IBM den Hersteller von Software für Enterprise Application Integration (EAI) und jahrelangen OEM-Partner Crossworlds übernehmen. Mit dem Kauf soll vor allem wichtige Technologie für IBMs eigene Integrationssoftware "Websphere" gesichert werden.

Seit vier Jahren hatten sich IBM und Crossworlds mit ihren Produkten gegenseitig ausgeholfen. So bietet Big Blue mit den Applikations-Servern der Websphere-Produktfamilie und den auf ihnen beruhenden Diensten eine Java-basierende Anwendungsentwicklungs- und -integrationsplattform. Crossworlds hingegen ermöglicht mit seinem gleichnamigen Produkt die für EAI-Software typische Integration operativer Systeme auf Geschäftsprozessebene und wartet zudem mit Technologie- und Standardsoftware-Adaptern auf.

Diese Technik, gepaart mit dem Know-how für vertikale Märkte, sind es laut Steve Mills, Senior Vice President Software Group bei IBM, die Big Blue besonders interessieren. Crossworlds seinerseits nutzt beispielsweise IBMs Messaging-Middleware "MQ Series" als Transportmechanismus. Die Folge ist, dass heute 85 Prozent der etwa 120 Crossworlds-Kunden auch zur IBM-Klientel gehören. Laut Mills werde man allerdings auch weiterhin mit EAI-Herstellern wie Peregrine und Sybase/Neon zusammenarbeiten, da es in der Praxis "viele Arten der Integration gebe".

Marktbeobachter glauben, dass Big Blue durch den Kauf sicherstellen will, dass die eigene Websphere-Produktsuite die fehlende EAI-Funktionalität erhält. Ganz dem derzeitigen Trend folgend, der auf eine Verschmelzung von Java-Applikations-Servern mit Integration-Servern und -Brokern für EAI hinausläuft, versucht auch IBM, eine derartige Integrationsplattform aufzubauen.

Dabei bekommt es das Unternehmen mit vielen Konkurrenten zu tun. Hierzu zählen nicht nur EAI- und B-to-B-Spezialisten wie Vitria, Webmethods, Tibco und Seebeyond. IBM muss sich vor allem für den von Medien und Analysten hochstilisierten Kampf mit Applikations-Server-Anbietern wie Bea Systems wappnen.

Großes GedrängeLetzterer bietet nach ersten Versuchen mit dem Produkt "E-Link" und einer Kooperation mit Sybase/Neon nun mit "Weblogic Integration" EAI-Funktionalität an. Es wird allerdings vermutet, dass Bea in den kommenden Monaten einen Vertreter aus dem EAI-Lager kaufen könnte.

Schließlich spielte für IBM vermutlich auch die finanzielle Lage des Technologielieferanten eine Rolle bei der Übernahme. So war Crossworlds seit seiner Gründung 1996 nicht profitabel und hätte laut einem Bericht der US-Börsenaufsicht weitere Finanzmittel auftreiben müssen, um im kommenden Jahr liquide zu bleiben. Zum Börsengang im Juni 2000 brachte es die Aktie auf einen Wert von 25 Dollar. Bei Redaktionsschluss lag das Papier bei 4,56 Dollar. Im letzten Quartal stiegen die Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 44 Prozent auf 21,7 Millionen Dollar. Der Nettoverlust reduzierte sich in derselben Zeit von 7,9 auf 1,5 Millionen Dollar. Vorbehaltlich der Zustimmung der Crossworlds-Aktionäre und der Börsenaufsicht, soll der Kauf im ersten Quartal 2002 abgeschlossen sein. Alle 350 Mitarbeiter des EAI-Anbieters werden nach Angaben der IBM übernommen. (as)