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27.03.1987 - 

VM soll PC-DOS- und Unix-Welten beim Desktop-Publishing verbinden:

IBM will DTP-Produktlinie sauberhalten

27.03.1987

LOS ANGELES (CWN) - Das IBM-Betriebssystem VM soll als Bindeglied zwischen den auf PC-DOS basierenden Desktop-Publishing-Systemen (DTP) und den unter Unix laufenden RT-PCs des Marktführers fungieren. Dies erklärte jetzt die IBM-Managerin Merry Quackenbush auf dem Seybold-Seminar in Los Angeles. Die DTP-Strategie von Big Blue sieht vor, einen 9370 als Hauptrechner einzusetzen und PCs und RTs als separate Publishing-Workstations zu verwenden.

"Wir werden keine unterschiedlichen DTP-Systeme entwickeln", erklärte Quackenbush, zuständig für den IBM-Unternehmensbereich Media and Publishing Systems Group, von dem aus die DTP-Produkte vermarktet werden sollen. Sämtliche Entwicklungen für elektronisches Publizieren werden auf der 9370 und auf den Standard-PCs durchgeführt, so die IBM-Mitarbeiterin weiter.

Der Marktführer arbeitet gegenwärtig an zusätzlichen Utilities, die unter VM auf der 9370 laufen können und PC- und Unix-Anwendungen verbinden. VM unterstützt momentan neben Unix noch andere Betriebssysteme und soll dahingehend erweitert werden, daß spezifische Applikationen unterstützt werden.

In den nächsten beiden Monaten werden Quackenbush zufolge die ersten PC-DOS-Anwendungen auftauchen. IBM will zu diesem Zweck auch "Windows" von Microsoft unterstützen und erwarb kürzlich Lizenzrechte für die Seitengenerierungssprache Postscript von der Adobe System Inc. Auf den DTP-PCs werden somit Anwendungen laufen, die in "Windows" geschrieben wurden. Das IBM-eigene Windowing-System Topview bietet Quackenbush zufolge nicht die für Desktop-Publishing erforderlichen Grafikfähigkeiten und kommt daher für diesen Einsatzbereich nicht in Frage.

PC-Anwendungen können nicht direkt mit Applikationen auf dem RT kommunizieren, teilte Merry Quackenbush mit. Vielmehr würden Großanwender ihre auf VM basierenden Mainframes verwenden, um hochauflösende, vektorisierte Zeichnungen vom RT mit Textpassagen zu verbinden, die entweder auf einem PC oder einem Terminal konstruiert wurden. Die VM-Verbindungen werden sich für IBMs DTP-Strategie noch als wichtig erweisen, erläuterte Quackenbush. Denn der Marktführer rechnet damit, daß 40 Prozent der sechs Milliarden Dollar, die der Branchenriese bis 1990 in diesem Segment umgesetzt haben will, von

großen Herstellern investiert werden, die IBM-RTs und -PCs einsetzen.

Einige Teilnehmer der Veranstaltung vertraten die Auffassung, die Industrie zwinge IBM, sich an etablierte DTP-Standards zu halten und nicht umgekehrt. Big Blue müsse sicherstellen, daß Systementwickler relativ problemlos Lösungen für IBM-PCs anbieten könnten.

Die IBM-Managerin bestätigte diese Theorie teilweise. Das Ziel sei eine offene Architektur, um Third-Party-Produkten eine Chance zu geben. Allerdings wolle man auch Eigenentwicklungen für den PC anbieten. Die Entscheidung ihres Arbeitgebers für DTP-Anwendungen auf PC-Basis und nicht etwa auf RT-Basis führt Quackenbush auf die große Zahl der PC-Anwender zurück, deren Investitionen geschätzt werden sollen.