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01.05.1992 - 

Realisierung von 16 Mbits auf Unshielded Twisted Pair

IBM will LAN-Strategie von der Token-Ring-Lastigkeit befreien

RESEARCH TRIANGLE PARK (CW/IDG) - Wenn sich einige vorschnelle Branchenkenner nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt haben, wird Big Blue im Laufe des Jahres versuchen, mit einer Produktoffensive aus der Token-Ring-Nische im LAN-Business auszubrechen. Wie aus Firmenkreisen bekanntwurde, planen die Verantwortlichen in Armonk neben einer ganzen Reihe weiterer FDDI-Komponenten auch ein Engagement im Ethernet-Markt und bei drahtlosen LANs.

Bis es allerdings soweit ist, will die LAN-Division der IBM zunächst durch Optimierung bereits verfügbarer Token-Ring-Komponenten 16 Mbit/s in Topologien mit Unshielded-Twisted-Pair-Verkabelung Typ 3 realisieren und damit von der jahrelang praktizierten Begrenzung auf vier Mbit/s abweichen. Speziell für komplexe Netzwerkaufgaben würde dadurch, wie Branchen-Insider mutmaßen, eine deutlich kostengünstigere Netzinfrastruktur auf Twisted-Pair-Basis bereitstehen.

Anwendern soll dies durch die Möglichkeit eingeräumt werden, anstatt der Implementierung erweiterter 16-Mbit/s-Boards in PCs und Workstations auch mit Hilfe modifizierter Controlled Access Units (CAUs) in den höheren Geschwindigkeitsbereich zu migrieren. Hauptsächlich betroffen von der Modifizierung sind nach Angaben des Wirtschafts-Informationsdienstes "PR Newswire" Hubs der Serie "8230" sowie die Multistation Access Units (MAUs) "8228", die durch ein entsprechendes "Filtering" mit geschwindigkeitsübergreifenden Modulen ausgestattet werden sollen.

Die Modernisierung des Token-Ring-Equipments wird laut Stuart Sager, Manager LAN-Planung und -Support für die USA, in jedem Fall auf IBM-eigenen Technologien basieren.

Für Ende Juni erwarten Branchen-Insider in den USA dann die Ankündigung eines FDDI-PC-Adapters. Das neue Interface soll den kürzlich vorgestellten FDDI-Boards für das "RISC System/6000" und den Controller "3172" folgen und neben später hinzukommenden Bridging- und Management-Lösungen die FDDI-Produktpalette des Blauen Riesen abrunden. Der FDDI-Adapter wird IBM zufolge den Anschluß sowohl von Servern als auch von Clients im LAN an einen FDDI-Backbone ermöglichen. Nicht bestätigt wurden aus IBM-Kreisen hingegen bisher Meldungen, daß ein neues Release der lokalen Management-Plattform "LAN Network Manager" für die Unterstützung von FDDI-Netzen in Arbeit ist; allerdings denkt man bei Big Blue derzeit intensiv über 100-Mbit/s-FDDI-Topologien auf geschirmter Twisted-Pair-Verkabelung nach.

Unabhängig davon ist man in Armonk derzeit offensichtlich auch dabei, eine Reihe von Möglichkeiten des Engagements bei zusätzlichen LAN-Technologien zu diskutieren. Beschlossene Sache ist dabei laut Donald Haile, IBMs neuer LAN Systems Group Director, "daß wir uns ernsthaft der drahtlosen Kommunikation widmen werden". Auf welche der zur Verfügung stehenden Technologien Big Blue dabei setzten will, steht dem Vernehmen nach jedoch noch nicht fest. Ebenso ist unklar, ob eigene Produkte entwickelt oder der Markt in Kooperation mit einem etablierten Hersteller angegangen werden soll.

Haile unterstrich darüber hinaus, daß das Unternehmen endlich auch im Ethernet-Markt Fuß fassen will. "Wir sind zwar der traditionelle Token-Ring-Anbieter" machte der IBM-Planer geltend, "aber wir mußten zur Kenntnis nehmen, daß uns durch den Ethernet-Markt ein Großteil der Kunden wegbleibt."

Konkrete Ethernet-Produkte sind Haile zufolge aber noch nicht beschlossen. Durchaus denkbar hier ist nach Auffassung von Experten, daß Big Blue als ersten Schritt eine OEM-Vereinbarung mit dem Ethernet-Anbieter National Semiconductor anstrebt.