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04.09.1987 - 

Spekulationen über Big Blues künftige Midrange-Politik:

IBM will mit CMOS-Rechner Lücken stopfen

04.09.1987

BOSTON (CWN) - Mit einer CMOS-Maschine plant die IBM im nächsten Jahr ihre Midrange-Palette aufzufüllen. Big Blue werde damit allerdings so lange Absatzprobleme haben, wie sie keine entsprechenden Aufrüstmöglichkeiten für bestehende Installationen biete, mutmaßen US-amerikanische Branchenbeobachter.

Einige Details über den neuen Rechner sind nach Angaben des Unternehmensbereichs Leasing Planning Service des Marktforschungsuntemehmens IDC bereits klar. Er soll Ende 1988 angekündigt werden und auf einem Prozessor basieren, dessen Leistung zwischen 8 und 30 Mips liegt. Unbeantwortet bleibe vorerst die Frage, ob die 9370-Modelle auf das System aufgerüstet werden könnten. Entscheide die IBM sich dazu, könne das ihre Position gegenüber DEC nachhaltig verbessern. Darüber hinaus hätte der Marktführer damit einen nahtloseren Übergang von den größten zu den kleinsten Maschinen, geht man davon aus, daß der ebenfalls in der Entwicklung stehende Silverlake eine gewisse Aufrüstfähigkeit zur 9370 bietet. Und nicht zuletzt stünde das Produkt in direkter Konkurrenz zur ebenfalls in CMOS-Technik gefertigten Microvax III von DEC. Die Ausbau-Möglichkeit würde bedeuten, daß die IBM ihre traditionelle Marschrichtung ändert. Bisher hat das Unternehmen ältere Produktfamilien auslaufen lassen, anstelle den Anwendern eine Erweiterung anzubieten.

Die jüngsten Ankündigungen deuten IDC zufolge darauf hin, daß das Unternehmen von dieser Strategie abweichen könnte. Die frühere 370-Aufrüst-Politik sah so aus, daß der Anwender beim Umsteigen von einer Maschine auf die nächstgrößere nur die Differenz zwischen den beiden Listenpreisen auf den Tisch legen mußte. Bei der 9370-Familie hingegen übersteigen die Upgrade-Kosten jeweils die Preisdifferenz zwischen zwei Systemen.

Man könne daraus schließen, so IDC, Big Blue wolle sich künftig mehr auf Brutto-Gewinne konzentrieren als auf den Umsatz mit neuen Produkten. Offenbar habe das Unternehmen verstanden, daß sich die Kosten für die Entwicklung und Herstellung von Produkten sowie für Fertigungsanlagen niedrig halten lassen, wenn es erweiterte Upgrade-Möglichkeiten anbietet und die Midrange-Familie konsolidiert. Das könnte einen geringeren Umsatz zur Folge haben, aber durch das Angebot zum Umrüsten würden die Gesamtkosten so gering gehalten, daß die Umsatzdifferenz zwischen dem Verkauf eines Upgrade und einer neuen Maschine kompensiert wird.

Dies ist jedoch keineswegs erwiesen. IDCs Leasing Planning Service hält die Wette, daß IBM zwei separate Produktlinien im mittleren Bereich beibehält: die 9370 und die CMOS-Reihe. Von den Marktforschern befragte Anwender stimmen dem zu. Sie halten es für unwahrscheinlich, daß sich die von IBM verwendete Technik zum Ausbauen eigne. Auch verweisen sie darauf, daß die bisherige Midrange-Strategie des Marktführers keineswegs zu einfachen Aufrüst-Pfaden geführt habe. "IBM muß jetzt eine Entscheidung treffen", sagte ein User. "Wir können es uns finanziell nicht leisten, jedesmal umzusteigen, wenn das Unternehmen eine neue Produktfamilie auf den Markt bringt."