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01.05.1992 - 

Die Vision vom Microkernel-Betriebssystem

IBM wirbt schon jetzt mit der übernächsten Version von OS/2

CHIKAGO (IDG) - Für ihre breitangelegte OS/2-Kampagne greift die IBM jetzt auf die bewährte Methode der Vorankündigung zurück. Die Auslieferung der Version 2.0 hat eben erst begonnen, da loben die Armonker bereits die übernächste Generation des Betriebssystems aus, die auf der Microkernel-Architektur beruhen soll.

Das geplante Microkernel-Betriebssystem, das inoffiziell als OS/2 3.0 bezeichnet wird, soll symmetrisches Multiprocessing unterstützen und auf verschiedene Hardwareplattformen portierbar sein. Gegenüber der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" ließen Mitarbeiter von IBM durchblicken, daß eine Portierung auf die RISC-Workstation RS/6000 erwogen werde.

Die Offenheit von OS/2 3.0 rührt daher, daß die Systemdienste wie File-, Stream- und Device-Services bei der angestrebten Technik auf einem Betriebssystem-neutralen Kernel laufen. Im Falle der IBM soll der Microkernel von OS/2-Funktionalitäten umgeben werden.

"Computerworld" wertet die Bereitwilligkeit der Armonker, Einblick in die OS/2-Pläne zu geben, als weiteren Schachzug in der Auseinandersetzung mit dem Hersteller der erfolgreichen DOS-Erweiterung Windows 3.0. IBM sei bei den PC-Betriebssystemen gegenüber Microsoft ins Hintertreffen geraten und habe deshalb versucht, der Vorführung von Windows NT in Chikago bei der am Rand der Frühjahrs-Comdex stattfindenden "Windows World" die Idee eines völlig überarbeiteten OS/2 entgegenzusetzen. Bis zur Realisierung werden allerdings noch Jahre vergehen. Nach Auskunft von Steele, Direktor des IBM-Programmierzentrums in Boca Raton, Florida, steht erst einmal die Version 2.1 des OS/2- Betriebssytsems an, die frühestens im Frühjahr 1993 auf den Markt kommen soll.

Außerdem sei bei dem geplanten Neuentwurf von OS/2 noch nicht einmal die engültige Entscheidung für die Basistechnologie gefallen. Zwar arbeiten die Entwickler bereits mit dem Microkernel "Mach 3" von der Carnegie-Mellon-Universität, so Steele, in Frage käme aber auch die bei Windows-NT eingesetzte Technik. "Wir können den NT-Microkernel verwenden, wenn wir wollen", versichert Steele, "wir sind an den Urheberrechten beteiligt."