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22.03.1996 - 

Big Blues Plaene zur durchgaengigen Objektorientierung

IBM wird Bruecke zwischen CICS und OO-Anwendungen bauen

Die bislang ueberwiegend auf Desktop-Applikationen beschraenkten Objekttechniken seien als durchgaengiges Verfahren bis hin zum Transaktionsserver nicht leicht zu realisieren, heisst es bei IBM. Probleme wuerden vor allem die Unterstuetzung der Datenintegritaet und der hohe Datendurchfluss bereiten. Hinzu kommt, dass Client- Server-Applikationen vermehrt von verteilten Architekturen, sei es bei den Datenbanken oder den Messaging- und Sicherheitdiensten, Gebrauch machen.

Mit einer Reihe von CICS-Ankuendigungen will sich IBM diesem Thema annehmen. Zunaechst fuer OS/2 entwickelt man auf der Client-Seite C++-Klassenbibliotheken, mit denen sich bereits existierende CICS- Client-APIs als Objekte darstellen lassen. Diese koennen wiederum von Anwendungen aufgerufen werden, um dann ueber die bislang standardmaessig in CICS integrierten Kommunikations-Features eine Verbindung zum CICS-Server herzustellen.

Auch Back-end-seitig sollen demnaechst C++-Klassenbibliotheken zur Verfuegung stehen, in denen die meisten CICS-Server-APIs gekapselt sind. Diese Objekte koennen von C++-Applikationen aufgerufen werden. Allerdings muss der Entwickler vorerst immer noch wissen, welchen CICS-Server er ansprechen will. Erst in einer vollstaendig verteilten Objekt-Umgebung kann ein Object Request Broker (ORB) diese Aufgabe uebernehmen. Das Ziel sei letztlich, so die IBM, dass der Entwickler CICS-Transaktionen als Objekte konzipiert, die sich von beliebigen Applikationen nutzen lassen.

Des weiteren plant IBM den Prototypen eines "Transaction Client" fuer Suns Internet-Entwicklungsumgebung "Java". Ueber diese Schnittstelle koennten Java-Applets, die via Webbrowser auf einen Desktop geladen werden, Zugang zu einem CICS-Server erhalten. Derzeit wird die Beta-Version eines allgemeinen Internet-Client zum Beispiel an der University of Florida in Gainesville getestet, wo man den Studenten auch einen Zugriff auf verschiedene CICS- basierende Systeme ermoeglichen will.

Wie IBM auf lange Sicht die auf dem System Object Model (SOM) basierende ORB-Technik in CICS integrieren will ist noch nicht endgueltig entschieden, zumal auch eine Bruecke zwischen Microsofts OLE- und SOM-Objekten geschlagen werden soll. Karen Boucher, Analystin bei den Marktforschern der auf Transaction-Processing spezialisierten Standish Group, sieht Big Blue jedenfalls auf dem richtigen Weg. Bei IBM werde zur Zeit genau das thematisiert, was DV-Leiter in den Unternehmen beschaeftigt: die Verbindung der objektorientierten Client-Anwendungen mit Back-end-Systemen.

Dass Objektorientierung in diesem Zusammenhang ueberhaupt eine gefragte Technik ist, belegt das in Dennis, Massachusetts, ansaessige Institut anhand einer aktuellen Studie. Demnach planen 58 Prozent von IT-Verantwortlichen, innerhalb der kommenden zwoelf Monate objektorientierte Anwendungen einzufuehren. Davon wollen 37 Prozent mit OO-Tools entwickeln, 26 Prozent werden objektbasierte Datenbanken einsetzen und 16 Prozent gaben an, ORB-Technik zu verwenden. 20 Prozent aller Befragten werten die Integritaet von Transaktionsprozessen als eine dringend erforderliche Voraussetzung fuer die neuen, objektorientierten Applikationen, etwa 13 Prozent halten eine OLE-Interoperabilitaet ebenfalls fuer wichtig.

CICS fuer NT auf Eis gelegt

IBM hat die Entwicklung einer 32-Bit-Version ihres Transaktionsmonitors "CICS fuer Windows NT" vorerst gebremst. Urspruenglich sollte das Release noch Ende dieses Monats zusammen mit einer OS/2-Variante zur Verfuegung stehen. Als Grund fuer den Aufschub nennt die amerikanische CW-Schwesterpublikation "Computerworld" IBM-interne Diskussionen. Zweifel bestehen demnach darin, ob man CICS fuer NT wie vorgesehen auf den gleichen Code wie das OS/2-Produkt stellen soll, oder ob sich ein Wechsel auf stabileren Code, wie er etwa in den Unix-Versionen von CICS verwendet wird, empfiehlt.