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04.06.1993

IBM zeigt keinen Respekt vor Windows NT Mit der neuen OS/2-Version sagt Big Blue Microsoft den Kampf an

MUENCHEN (CW) - Kampflos will die IBM dem Softwaregiganten Microsoft den Markt fuer 32-Bit-Betriebssysteme nicht ueberlassen: Big Blue verspricht deutschen Anwendern, das Anfang dieses Jahres auf die lange Bank geschobene OS/2 2.1 nun endgueltig fuer Ende Juni 1993. Gleichzeitig forciert IBM die Marketing-Kampagnen gegen das voraussichtlich einige Wochen spaeter erscheinende Windows NT.

Lee Reiswig, President der IBM-Software-Division PSP aus Somers, New York, versucht, OS/2 den Interessenten von Windows NT schmackhaft zu machen. Microsofts Betriebssystem stelle kaum eine groessere Konkurrenz dar: "Wir haben uns Windows NT angesehen, sehen darin jedoch keinen ernstzunehmenden Herausforderer." Reiswig bekraeftigt seine Ueberzeugung, eine Entscheidung der Anwender zwischen OS/2 und Windows NT stehe nicht mehr zur Debatte. Besonders die in OS/2 2.1 integrierten Multimedia-Funktionen, eine verbesserte Grafikanzeige und eine Funktion, mit der sich Windows-Applikationen einbinden lassen, bringen Big Blue nach Angaben

von Reiswig einen Vorsprung ein. Entscheidend aber sei, OS/2 2.1 sowohl als Client- wie als Server-Betriebssystem einsetzen zu koennen.

Das Tauziehen um Marktanteile koennte Big Blue allerdings bei Anwendern von Rechnern mit kleinerem Arbeitsspeicher fuer sich entscheiden.

So benoetigt OS/2 2.1 nach Angaben von Bernd Hautt, Berater des IBM-Partners 1&1 Serviceline GmbH, Dortmund, mindestens 4 MB RAM, waehrend sich Windows NT nach Informationen aus dem Microsoft- Handbuch erst mit der Minimalkonfiguration von rund dem Doppelten an Arbeitsspeicher zufrieden zeigt. Auch sollen Multitasking- Faehigkeit und diverse integrierte Grafiktreiber den Weg fuer OS/2 weiter ebnen und potentielle Windows-NT-Kunden auf IBMs Seite ziehen.

Die Vorbereitungen fuer den Verkauf des IBM-Betriebssystems sind indes in vollem Gange. So hat Big Blue rund 100 Versionen an Hardware-Anbieter lizenziert, darunter auch an die AST Research Inc. und die Dell Corp., die OS/2 als separates Paket oder zusammen mit den verkauften Rechnern anbieten wollen. Ebenso setzt IBM auf

Software-Anbieter wie Wordperfect und Computer Associates, die mit OS/2-Applikationen fuer den Erfolg des Betriebssystems sorgen sollen. Ferner sollen neue Marketingstrategien die von Reiswig gewuenschte Zahl von drei Millionen verkauften OS/2-Kopien erreichen helfen. Bisher seien knapp zwei Millionen Pakete des Betriebssystems an Kunden geliefert worden. Aehnlich dem Konzept der Microsoft Corp., die Windows-NT-Produkte phasenweise den Anwendern zukommen lassen will, wird IBM laut Reiswig

OS/2-basierte Pakete auf den Markt bringen. Der IBM-Manager kuendigte ausserdem die OS/2Unterstuetzung des Pentium-Prozessors von Intel noch fuer das laufende Jahr an.

In den Vereinigten Staaten bietet Big Blue die CD-ROM-Version von OS/2 2.1 bereits ab Mitte Juni zu einem Einfuehrungspreis von rund 100 Dollar an. Auf Disketten kostet das Paket etwa 120 Dollar. Fuer ein Upgrade muessen OS/2-Anwender knappe 30 Dollar bezahlen.