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17.11.2000 - 

Vorerst keine Thinkpads mit Transmeta-Prozessor

IBM zieht Crusoe-Engagement zurück

MÜNCHEN (CW) - IBM will das noch im Juni auf der PC-Expo vorgestellte "Thinkpad 240" mit dem Stromsparchip "Crusoe" von Transmeta nun doch nicht in Serie fertigen. Entgegen den Befürchtungen einiger Marktbeobachter hat Big Blues Rückzieher den Börsengang der kalifornischen Prozessorschmiede jedoch nicht beeinträchtigt.

Das Transmeta-Notebook passe nicht zum derzeitigen Marketing-Konzept, lautet Big Blues offizielle Begründung für den Rückzieher. "Wir haben uns lediglich gegen ein spezielles Thinkpad-Modell, den 240, in dem der Crusoe-Chip zum Einsatz kommen sollte, entschieden", erklärte IBM-Sprecher Rick Bause gegenüber dem britischen Nachrichtendienst "Computerwire". Zwar hatte IBM bisher kein offizielles Freigabedatum für den Thinkpad 240 angegeben, bei der Vorstellung des Prototyps auf der PC-Expo im Juni war als voraussichtlicher Zeitpunkt der Markteinführung jedoch das vierte Quartal dieses Jahres genannt worden.

Ob IBM den viel diskutierten Stromsparchip des kalifornischen Intel-Herausforderers überhaupt noch einsetzen wird, konnte Bause nicht sagen. IBM werde weiter nach stromsparenden Technologien Ausschau halten und auch Möglichkeiten suchen, den Transmeta-Chip in den eigenen Systemen zu verwenden.

Crusoe-Leistung umstrittenDer als Alternative zu Prozessoren von Intel und AMD vermarktete Crusoe-Chip von Transmeta sollte insbesondere aufgrund seiner energiesparenden Eigenschaften und der daraus resultierenden Möglichkeit, kleinere und leichtere Notebooks herzustellen, den Großen im Halbleitermarkt Respekt einflößen.

Die Rückenstärkung von Seiten der IBM, die nach wie vor mit der Fertigung der Crusoe-Chips betraut ist, schien für Transmeta ein entscheidender Sieg auf dem Feldzug gegen die Branchenriesen. Die Marktforscher hingegen zeigten sich bislang skeptisch, da die Versprechungen des neuen Starlets im Halbleitermarkt aufgrund der wenigen zur Verfügung gestellten Testchips nur unzulänglich geprüft werden konnten. Peter Glaskowski von Microdesign Resources geht davon aus, dass sich Big Blue wegen der enttäuschenden Performance gegen den Transmeta-Chip entschieden hat. So habe der mit 700 Megahertz getaktete "Crusoe 5400" in verschiedenen Tests einen 233-Megahertz-Pentium nicht abhängen können.

Entgegen der Befürchtung einiger Marktbeobachter, IBMs Absage könne das US-Startup nur wenige Tage vor seinem Börsengang (6. November) an einer empfindlichen Stelle treffen, gelang Transmeta ein beeindruckender Start an der Nasdaq. Die Aktie des Unternehmens stieg an ihrem ersten Handelstag um 115 Prozent und notierte am Abend bei 45,25 Dollar. Die Chip-Company, die mit einem Emissionspreis von 21 Dollar an der Nasdaq startete, besaß bereits nach ihrem ersten Börsentag eine Marktkapitalisierung von 5,75 Milliarden Dollar.