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13.03.1987 - 

OSI-Ankündigung zur CeBIT - Verfügbarkeit aber erst im Herbst 1988

IBM zieht mit X.400-E-Mail-Anwendung nach

HANNOVER (cmd) - Angesichts der Multivendor-Präsentation in Sachen X.400 wollte der Marktführer offenbar seinerseits nicht zurückstehen: Kurz vor Eröffnung der CeBIT kündigte IBM entsprechende Software an, so unter anderem Anpassungsprogramme, mit denen "die Verbindung von OSI mit ... Disoss möglich" ist.

Das Announcement der IBM stieß insbesondere bei den 14 Herstellern, die sich auf der CeBIT-Messe unter dem Motto "OSI Electronic Mail X.400" zu einer Multivendor-Demonstration zusammengetan hatten, auf Unverständnis. Bis Oktober letzten Jahres war der Marktführer nämlich bei dieser Initiative mit von der Partie, zog sich dann aber, so erinnert sich einer der Beteiligten, ohne erkennbaren Grund plötzlich aus dem Projekt zurück. Erst im nachhinein sei dann argumentiert worden, man nehme nicht teil, weil die Demonstration nicht - im Unterschied zum vergangenen Jahr - "unter dem Dach einer neutralen Institution" gemanagt werde. 1986 hatten die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) sowie der DFN-Verein die Multivendor-Schau koordiniert.

Gegenüber der COMPUTERWOCHE mochte IBM dann aber an der Version mit der nicht vorhandenen "neutralen Institution" offenbar nicht mehr festhalten. Im Vorfeld der CeBIT hieß es nämlich auf Anfrage lapidar aus Stuttgart: "Wir sind gar nicht angesprochen worden." (Siehe CW Nr. 9 vom 27. Februar 1987, Seite 20.)

In Hannover präsentierten sich die Stuttgarter dem Messepublikum dann ebenfalls als X.400-Protagonisten - allerdings nicht im Rahmen der Multivendor-Demonstration sondern gleichsam als "Einzelkfämpfer" in Sachen Open Systems. Immerhin beinhaltet jedoch die Ankündigung von seiten der IBM erstmals die Unterstützung von OSI bis zur Anwendungsebene - und dies für alle /370-Betriebssysteme .

Im einzelnen umfaßt das Announcement fünf Komponenten, von denen das "IBM X.400 Nachrichtenübermittlungsprogramm (Message Transfer Facility)" sowie das "X.400 Disoss Anpassungsprogramm (Connection Program)" neu sind. Das erste Programm kann laut IBM auf der Basis von OSI-Protokollen Nachrichten an ein anderes X.400-Message-Handling-System übertragen. Das Connection Program dient der Übermittlung von Nachrichten zwischen dem X.400-Message-Handling-System der IBM und Disoss.

Darüber hinaus wurden die bereits verfügbaren Produkte GTM OSI, OTSS und OSNS erweitert. So bietet Release 1.1 des GTM OSI jetzt einen Software-Rahmen für Anwender "die ihre eigenen Nachrichtenübermittlungsfunktionen unter Verwendung von IBM X.400 Nachrichtenübermittlung benutzen wollen".

OTSS Release 2 stellt nunmehr die für die Unterstützung von X.400- und FTAM-Anwendungen notwendigen OSI-Funktionen bereit, so zum Beispiel Basic Activity Subset (BAS) und Full-Duplex-Kommunikation. OSNS Release 2 erlaubt die Programmverbindung zwischen IBM- und Nicht-IBM-Rechnern über ein X.25-Netzwerk. Beide neuen Releases werden zudem von allen /370-Betriebssystemen unterstützt.

Allerdings dauert es noch mindestens bis Sommer nächsten Jahres, bis IBM-User auf ihren Rechnern auch X.400 Message Handling fahren können. Zwar sollen OTSS und OSNS nach den Planungen des Marktführers im September dieses Jahres allgemein verfügbar sein; die weiteren für diese Anwendung erforderlichen Komponenten X.400 Message Transfer Facility, Disoss-Anpassung sowie GTM OSI 1.1 sind laut IBM erst im Juni (in begrenzter Stückzahl) beziehungsweise September 1988 zu erwarten.